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Unfalltragödie auf der A24:
Sattelzug muss aufgrund von Reifenpannne stark abbremsen und will auf Standstreifen steuern – Wagen einer fünfköpfigen Familie kracht ungebremst in das Heck des Lasters und schiebt sich unter den Anhänger – Zwei Tote und drei Schwerstverletzte – Polizei schreibt Anzeigen gegen elf Handygaffer

Unfallopfer werden nach dem Unglück auf der Autobahn versorgt – A24 in beide Fahrtrichtungen teilweise zwölf Stunden voll gesperrt – Zwei Rettungshubschrauber im Einsatz – Beamte filmen Schaulustige, wie sie bei der Vorbeifahrt das Handy zücken

Bildergalerie vorhanden

Datum: Donnerstag, 30. Juli 2020, 19:00 Uhr

Ort: A24 bei Pritzwalk, Landkreis Prignitz, Brandenburg

 

(ch) Sie waren auf dem Weg von Berlin in Richtung Hamburg – doch ihre Reise endete in einer Tragödie. Am Donnerstagabend kam es auf der A24 zwischen den Anschlussstellen Pritzwalk und Meyenburg zu einem folgenschweren Unfall. Ein Sattelzug fuhr auf der rechten Spur, als mit einem lauten Schlag ein Reifen an dem Fahrzeug platzte. Der Fahrer reduzierte das Tempo und wollte seine Maschine auf den Pannenstreifen steuern. Doch in diesem Moment krachte es erneut.

Ein VW Passat, besetzt mit einer fünfköpfigen Familie, war ungebremst in das Heck des Sattelzuges geknallt. Bis zur B-Säule schob sich das Auto unter den Lkw-Auflieger. Augenscheinlich hatte der Fahrer des Wagens die Situation zu spät bemerkt und konnte nicht mehr reagieren. Den alarmierten Einsatzkräften bot sich kurz darauf ein schreckliches Bild: Ersthelfer hatten bereits die Insassen teilweise befreit und damit begonnen, auf der Autobahn zu versorgen. Der Beifahrer des VW war in diesem noch eingeklemmt und hatte durch den Aufprall tödliche Verletzungen. Eine weitere Person wurde auf der Straße wiederbelebt. Neben mehreren angerückten Rettungswagen und vier Notärzten, landeten auch zwei Rettungshubschrauber auf der zwischenzeitlich in beide Richtungen gesperrten A24, um die Verletzten möglichst rasch in Kliniken fliegen zu können. Vier Familienmitglieder wurden wenig später mit allesamt schwersten Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. In der Nacht erfolgte dann die traurige Mitteilung, dass eine weitere Person dort verstorben war.

Als wäre dieses Leid nicht schon schlimm genug, gab es erneut viele Schaulustige, die sich an diesem anscheinend ergötzen wollten. Nachdem die Polizei die Gegenfahrtrichtung wieder freigegeben hatte, registrierte sie dort eine Vielzahl an Verkehrsteilnehmern, die ihr Handy zückten. Die Beamten schlugen daraufhin zurück und stellten ihrerseits eine Kamera auf. Gegen elf Gaffer wird nun ein Strafverfahren eingeleitet. Ihnen kann nun eine hohe Geldstrafe oder gar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren drohen.

Die Bergungsarbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden hin. Während die hinter der Unfallstelle im Stau stehenden Autos wenden und gegen die Fahrtrichtung von der Autobahn abfahren durften, mussten die Lkw-Fahrer länger warten, ehe sie die Unglücksstelle langsam passieren konnten. Nach der aufwändigen Unfallaufnahme hatte die Feuerwehr die traurige Aufgabe, die Leiche des noch Eingeklemmten aus dem völlig zerstörten Auto zu bergen, ehe die beteiligten Fahrzeuge abgeschleppt werden konnten. Dieses Unterfangen gestaltete sich allerdings sehr aufwändig, da der Wagen derart verkeilt war, dass nur mithilfe eines Krans eine Befreiung möglich war. Die A24 war letztendlich über zwölf Stunden in Richtung Hamburg voll gesperrt.


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