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Gefangen in schwindelerregender Höhe:
Retter der Feuerwehr üben Ernstfall an einem der größten Riesenräder Europas – Arbeiter stürzt ab und bleibt in Sicherungsseilen hängen – Profis müssen Opfer aus 30 Meter Höhe abseilen – Schausteller hat 280 Personen fassende Attraktion für Kirmes aufgebaut

Schlechtes Wetter und rutschige Stangen erschweren Übung – Riesenrad rund 50 Meter hoch

Bildergalerie vorhanden

DatumMittwoch, 9. Oktober 2019, 17 Uhr

Ort: Wuppertal, Nordrhein-Westfalen

 

(ch) Die Feuerwehrleute der Wuppertaler Höhenrettung sind schon auf viele Gebäude und Konstrukte geklettert. Aber das Übungsobjekt, welches sich ihnen am Mittwoch offenbarte, war auch für die mutigen Männer und Frauen der Berufsfeuerwehr völlig neu. 50 Meter hoch, 280 Personen fassend und dutzende Tonnen schwer ist das Jupiter-Riesenrad, was im Rahmen der Barmer Kirmes vor dem historischen Rathaus aufgebaut ist.

Viele Menschen nutzen die Attraktion und fahren auf Volksfesten ihre Runden. Und bislang ist auch jeder wieder heil runtergekommen, wie Betreiber Rudolf Barth betont. Dennoch ist er und sein Team froh, dass die Feuerwehrleute den Ernstfall trainierten. Dabei ließen sie sich auch nicht von Regen und typischem Bergischen Wetter abhalten. In der simulierten Lage war ein Arbeiter bei Wartungsarbeiten abgestürzt und in etwa 30 Meter Höhe in seinen Sicherungsseilen hängen geblieben. Verletzt konnte er sich nicht mehr retten und war auf die Hilfe der Kameraden angewiesen. Bereits eine Viertelstunde nach ihrem Eintreffen waren die Helfer bei dem Opfer. Über das runde Stangensystem fanden sie genug Angriffsflächen, um sich schnell fortzubewegen. Nach weiteren 15 Minuten hatte der verletzte Kollege bereits wieder sicheren Boden unter den Füßen. Auch wenn es gefährlich aussah, zeigen sich die Kameraden entspannt: „Es gibt definitiv gefährlichere Bereiche bei der Feuerwehr.“

Sollte ein Riesenrad oder auch eine Achterbahn tatsächlich einmal ausfallen, warnen Feuerwehr und Betreiber eindringlich davor, das Fahrgeschäft eigenhändig zu verlassen. „Wir besitzen bei dem Rad drei Sicherheitsmechanismen. Wir haben mehrere Akkus verbaut, können eine mechanische Entriegelung einsetzen oder die Motoren frei drehen“, so Barth. Darum appelliert Feuerwehrsprecher Marcel Betz: „Verhalten Sie sich ruhig, bleiben Sie sitzen. Es gibt so viele Sicherheitseinrichtungen, dass man meistens die Höhenrettung nicht braucht.“ Und wer schon feststeckt, der kann im Zweifel aus der Not eine Tugend machen – und einfach die schöne Aussicht genießen.


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