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NewsNr. 11469
Datum: 16.07.10, 21:17 Uhr
Stand: 16.07.10, 21:17 Uhr
Ersthelfer erheben schwere Vorwürfe gegen DLRG:
Rentner ertrinkt hilflos in Badesee – Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos
Zeugen berichteten, dass DLRG-Mitarbeiter nur 15 Minuten zuvor am See Dienst beendet hatten, sich aber noch zur Besprechung am Ausgang aufhielten – Erst nach mehrmaliger Aufforderung seien die Retter dann nur sehr langsam hinzugekommen – Laut Ersthelfern sollen Aussagen gefallen sein wie: Man wolle sein Leben außerhalb der Dienstzeit nicht mehr riskieren – NEU: DLRG-Stellungnahme im O-Ton
Datum: Freitag, 16. Juli 2010, 18:45 Uhr
Ort: Großensee bei Trittau, LK Stormarn, Schleswig-Holstein
 

(gs) Ein älterer Mann ist am Abend im Großensee bei Trittau im südöstlichen Schleswig-Holstein ertrunken. Offenbar hätte der Mann früher gerettet werden können, Ersthelfer haben schwere Vorwürfe gegen DLRG-Mitarbeiter erhoben.

Die beiden Jugendlichen Markus Bühre-Neidhardt und Louis Frömmrich waren von einem Steg aus auf den alten Mann aufmerksam geworden, der immer wieder untertauchte. Zunächst versuchten sie Hilfe hinzuzurufen. Als niemand kam, sprang Markus selbst ins Wasser, musste aber aufgrund einer Verletzung am Bein bald abbrechen. Doch die professionelle Hilfe ließ auf sich warten. Am Eingang des Seebades trafen die Jugendlichen nach eigenen Angaben noch auf Helfer der DLRG, die 15 Minuten zuvor die Badeaufsicht beendet hatten und sich noch mit Kollegen dort aufhielten.

Doch anstelle sofort zur Rettung zu eilen, hätten die DLRG-Mitarbeiter sich erst nach mehrmaliger Aufforderung sehr langsam in Richtung See begeben, so Ersthelfer Markus. Vielmehr sollen sogar Kommentare von Seiten der Helfer gefallen sein, die sehr zweifelhaft erscheinen. „Zunächst sagten die, sie hätten Feierabend“, so erläutert Ersthelfer Markus die erste Reaktion. „Erst als ich hektisch wurde, haben die sich langsam dahin bewegt“. Der weitere Augenzeuge Louis Frömmrich ergänzt, er habe auf Nachfrage zu der verzögerten Rettung von DLRG-Helfern die Antwort bekommen, man passe lieber auf das eigene Leben auf, als dann noch selbst zu sterben.

Erst nach längerer Zeit und dem Eintreffen der Feuerwehr mit einem weiteren Boot gelang es, den Rentner leblos an Land zu ziehen. Reanimationsmaßnahmen von Feuerwehrkräften und kurz darauf auch einem Notarzt kamen zu spät. Auch die Taucher der Feuerwehr Hamburg wurden erst viel später hinzugerufen.

Der Notarzt musste schließlich den Tod des Rentners feststellen. Vor Ort wollte niemand der Helfer zu den Vorwürfen der Ersthelfer Stellung beziehen.Am Samstag widersprach der Vorsitzende der DLRG Stormarn, Knut Harder, den Darstellungen der Ersthelfer. Zwei Rettungsschwimmer seien demnach sofort ins Wasser gesprungen, nachdem sie auf den Notfall aufmerksam gemacht worden sind.

 

Die NonstopNews-Bilder und die O-Töne zu

 

-          Totale der Badestelle am Großensee

-          Feuerwehr vor Ort

-          Retter mit Booten auf See (DV-Material)

-          Opfer wird unter Reanimation mit Boot zu Ufer gebracht (DV-Material)

-          Retter bemühen sich weiter mit Wiederbelebung am Opfer (pixeln!)

-          Notarzt trifft ein, Rettungswagen vor Ort

-          Feuerwehr schirmt Einsatzstelle vor Schaulustigen ab

-          Notarzt am abgedeckten Opfer

-          Opfer wird in Rettungswagen verladen

-          Blick über Badesee

-          Taucher der Feuerwehr Hamburg vor Ort

-          Außenshot des Eingangs zum Freibad

-          O-Ton Markus Bühre-Neidhardt, Ersthelfer: „… standen am Steg, sahen Mann, wie er immer abtauchte, kam uns merkwürdig vor, dann tauchte er nicht mehr auf, habe um Hilfe gerufen, bin dann selber ins Wasser und bin dahingeschwommen… man kam sich hilflos vor, es ist ja ein offizieller Badesee… ich war zum Mann geschwommen, konnte aber nicht mehr, bin dann zum Restaurant gelaufen, um Hilfe zu holen, dort saßen die DLRG-Leute zusammen, haben Pommes gegessen und Kaffee getrunken...Unglück ist um 18.45 Uhr  passiert, die DLRG-Leute entgegneten mir, sie hätten schon Feierabend, aber wenn was passiert, ist das doch egal…nachdem ich hektischer wurde, haben die sich dann mit wirklich gemäßigtem Tempo bewegt… ich halte das für einen Skandal…“

-          O-Ton Louis Frömmrich, Zeuge: „…die DLRG stand nur rum, erst nach 15 Minuten stieg mal einer ins Boot, haben lange gewartet, nichts gemacht, habe danach gefragt, man sagte mir, es sei Feierabend, die sagten, die passen lieber auf ihr eigenes Leben auf, als da reinzuspringen und dann selbst zu sterben…also die DLRG würde ich nicht mehr rufen“

-          NEU (17.7.2010): O-Ton Knut Harder, Vorsitzender DLRG Stormarn: Stellungnahme..."es liefen die üblichen Maßnahmen an...zwei Rettungsschwimmer sind sofort ins Wasser gesprungen"

-          Schnittbilder

 

WICHTIG: Unbedingt die Persönlichkeitsrechte des Opfers wahren und Rettungsbilder mit Notversorgung unbedingt ausreichend pixeln!

 

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Wichtiger Hinweis: Die Anforderung von Video- und Bildmaterial ist Redaktionen von Fernsehanstalten und Printmedien vorbehalten. Auf Anfrage können am jeweiligen Geschehen beteiligte Einsatzkräfte, die bei uns registriert sind, TV-Material zu internen, nichtöffentlichen Zwecken anfordern. Die Entscheidung über diese außerredaktionelle Bereitstellung obliegt der Berücksichtigung des Schutzes von Persönlichkeitsrechten der Betroffenen im jeweiligen Fall. Wir bitten um Verständnis.
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