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Vom Regen in die Traufe:
Schäden von erstem Unwetter gerade Versicherung gemeldet, da drückte das Wasser erneut und schlimmer als zuvor hinein – Großer Gastank wird durch Flutwelle losgerissen – Feuerwehr evakuiert mehrere Straßenzüge aufgrund von möglicher Explosionsgefahr

Letztes Unwetter hatte Ort am Freitag heimgesucht, jetzt erneut – Wasser drückt gegen Tür von Einliegerwohnung, sodass Frau sich nur über Fenster retten kann – Nachbarin: „Ich sah die Unwetter gerade in den Nachrichten und dann ging es hier schon los, da schwamm der Gastank.“

Bildergalerie vorhanden

Datum: Montag, 30. Mai 2016, 19:30 Uhr

Ort: Kallmuth in Mechernich, Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen

 

(ch) Den Bewohnern des kleinen Dorfes Kallmuth in Mechernich kann der Sommer bereits vor seinem meteorologischen Beginn gestohlen bleiben. Denn auf die ersten Sonnenstrahlen folgten die ersten Unwetter – und das gleich zweimal in vier Tagen. Bereits am Freitag hatte sich eine kleine Schlammlawine nach Starkregen von den Feldern den Weg ins Tal gesucht und war durch den 400-Seelen-Ort gezogen. Zahlreiche Keller waren damals vollgelaufen, das Inventar von so mancher Einliegerwohnung wurde in Mitleidenschaft gezogen. Nachdem der Versicherungsvertreter die Schäden am Mittag in Augenschein genommen hatte, darf er am Dienstag bei so manchem ein zweites Mal vorbeischauen.

 

Erneut hatte es heftig geregnet und das Wasser war talabwärts durch Kallmuth geschossen. Und wieder liefen dabei die Untergeschosse der Häuser innerhalb weniger Minuten voll. Zwar hat so mancher ein entsprechendes Abpumpsysteme installiert, doch bei Stromausfall stehen auch die still. Doch das Wasser war nicht der Bewohner größte Sorge. Denn durch die Fluten war auch ein großer Gastank aufgeschwemmt und mitgerissen worden. Auch eine Grundstücksmauer konnte den Tank nicht aufhalten, sodass dieser auf der Flutwelle noch zwei Grundstücke weiter schwamm, eher er im Morast stecken blieb. „Wir sahen gerade im Fernsehen die Nachrichten zum Unwetter in Süddeutschland, da ging es auch hier los“, berichtet eine Anwohnerin. Schnell war ihr aufgefallen, dass neben dem Plätschern des Wassers auch ein intensiver Gasgeruch zu vernehmen war. Die gerufene Feuerwehr reagierte daher schnell und ließ die Häuser in dem Straßenzug sowie im Umfeld sofort räumen. Spezialisten mussten die Löcher, aus denen das Gas gut hörbar zischte, verschließen, ehe man sich dem Schadensfeld nähern konnte. Die Bewohner kamen in all der Zeit in der Kirche sowie im alten Feuerwehrhaus unter.

 

Erst nach und nach wurde deutlich, welche dramatischen Momente so mancher erlebt hatte. Während der Besitzer des Gastanks sich darüber ärgerte, dass seine Einliegerwohnung nun ein zweites Mal unter Wasser steht, muss eine junge Frau zwei Häuser weiter wahre Todesängste ausgestanden haben. Als sie die Wassermassen die Straße hinabschießen sah, wollte sie so schnell wie möglich ihre Wohnung verlassen. Doch die Tür ließ sich aufgrund des äußerlichen Wasserdrucks nicht öffnen. In ihrer Panik stürmte sie in die Küche, öffnete dort das Fenster, riss das Fliegengitter hinunter und kletterte ins Freie.

 

Nicht nur Keller, auch eine in der nähe befindliche Fabrik lief voll Wasser. Wie hoch der entstandene Schaden an den Gebäuden und Maschinen ist, lässt sich am Abend noch nicht abschätzen. Die Feuerwehr war mit rund 110 Mann im Einsatz, um das Wasser abzupumpen und zugleich die Explosionsgefahr zu bannen. Ein Fachunternehmen mit einem Kran rückte noch in der Nacht an, um den havarierten Gastank zu bergen.

 

Die NonstopNews-Bilder (Nacht) und die O-Töne:

  • Blick in die Straße und Ortsschild
  • Schlamm und Wasser auf der Straße
  • Feuerwehr beim Abpumpen der Keller
  • Gastank liegt auf der Wiese
  • Gastank wird geborgen
  • Blick auf durchgebrochene Gartenmauer
  • Überfluteter Garten und Wiesen
  • Wasser läuft über die Straße
  • Verdreckter Eingang in Einliegerwohnung
  • Einsatzkräfte im Gespräch
  • Bauer kommt mit Güllefass, um beim Abpumpen zu helfen
  • Blick auf betroffene Einliegerwohnung, zerissenes Fliegengitter 
  • Zahlreiche Schnittbilder
  • NEU: Einsatzkräfte werden mit Gulaschsuppe und Getränken vom DRK versorgt
  • NEU: Blick auf Wolkenformationen über der Eifel
  • NEU: Amateurvideo aus Mechernich-Vollem, Eulenbergweg, Wasser schießt Straße entlang
  • NEU: Kleiner Bleibach im Nachbarort Kommern ist randvoll, reißender Bach, wird mit Sandsäcken gesichert
  • O-Töne:
  • Jürgen Wagenpfeil, Anwohner
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  • Wir hatten heute den zweiten Fall vom Unwetter, was hier über Mechernich und Mechernich Kallmuth hereingebrochen ist. Es war noch intensiver als am Freitag. Am Freitag gab es sehr starke Regenfälle und das Dorf liegt hier in einem Tiegel, sodass das Wasser von der linken und der rechten Seite auf den Ort zugeflossen kam. Die Felder sind eben auch anders bestellt als früher und können so die Wassermassen gar nicht aufnehmen. Dadurch ist es natürlich zu Überschwemmungen gekommen. Speziell bei uns hier die untere Wohnung, ca. 80 qm, und dann nochmal so um die 70 qm Nebenräume, Abstellräume und Waschküche für die Mieter sind am Freitag bis zu einer Höhe von 1,10m überschwemmt worden. Dann haben wir von Freitag bis Sonntag alles halbwegs wieder sauber gemacht. Und heute am Abend passierte das gleiche nochmal, aber wesentlich intensiver, sodass die ganze Arbeit für die Katz war und wir jetzt hier noch stehen und versuchen, das Wasser langsam aus der Wohnung zu pumpen. Die auf der rechten Seite haben ein bisschen abbekommen, aber das ist meistens klares Wasser. Aber da hat der ein oder andere was im Keller stehen. Und hier auf der Seite ist, durch die Felder und den sehr lehmigen Boden, eigentlich alles ruiniert. Das Wasser steht in den Leitungssystemen der Elektroinstallation, bei uns speziell war es die Schaltanlage von der Hebelanlage und die Heizung. Wir hatten vor zwei Monaten die ganze Wohnung saniert in der Größenordnung von 25.000 – 30.000 Euro und das ist jetzt also alles dahin, plus eben noch den zusätzlichen Räumen. Am Freitag waren wir auf dem Weg zu Grönemeyer in Gelsenkirchen, da kam der Anruf vom ersten Mieter. Wahnsinnige Regenmassen kommen laufend auf uns zu. Eine Tür ist gesplittert, kommen Sie bitte. Da konnte keiner reagieren, so schnell ging das. Eigentlich genau wie heute. Ich war noch kurz vorher in der Wohnung, da war noch alles okay. Innerhalb von zwei oder drei Minuten kamen die Wassermassen auf uns zu, sodass wir auch den Raum da verlassen mussten. Keine Chance. Ich denke die Stadt Mechernich ist jetzt hier mal gefordert, auch den Ort weiter zu schützen, denn das ist ja durch den Ort noch weiter gelaufen. Um auch die geeigneten Maßnahmen für den Schutz der Bevölkerung hier vorzunehmen. Zum Glück ist jetzt keine Person hier zu Schaden gekommen. Aber hätten da Kinder draußen im Garten gespielt, da hätte schlimmeres passieren können. Das Wasser ist so hoch gestiegen und hat den Tank von der Leitung abgerissen und von der vorhandenen Betonplatte. Der reißt dann am Polabschluss ab und das ist eine relativ kleine Öffnung, sodass da nicht so die großen Gasmengen austreten. Das kommt natürlich durch die Wassermassen, die haben eben die vorhandenen Mauern eben umgeschoben und dann ist der Tank auch eben mitgeschwemmt worden. Passiert auch oft in Hochwassergebieten, die werden da auch dementsprechend befestigt. Es war eine Sicherheitsmaßnahme, was ja auch sehr lobenswert ist, aber das Gas verflüssigt sich schon recht schnell durch die Umgebungsluft. Man konnte es schon riechen, aber die Feuerwehr misst ja mit Geräten den Propan-anteil und damit kann man ermitteln, wie hoch die Gefahr ist. Es wurden aber zum Schutz der Bewohner die Wohnungen evakuiert. Die Landwirte helfen auch mit und versuchen so eine Grube eben abzupumpen. Mit Schmutzwasser. Wir müssen mal gucken, wenn das ganze versackt ist, müssen wir überlegen, dass wir auch wieder renovieren werden. Das ist hier ja das erste mal seit 30 Jahren wieder gewesen, dass hier so extremes Hochwasser war. Da wird man sich bestimmt mal mit der Politik und mit der Stadt Mechernich mal unterhalten müssen, was man denn hier für Maßnahmen ergreifen kann.
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  • Joshua Hals, Anwohner
  • Meine Mutter hat mich gerufen, als wieder die Flutwelle kam. Am Freitag war das ja schon mal. Dann habe ich auch schon die Sirenen von der Feuerwehr gehört. Dann kam die Flutwelle und man sah eigentlich nur Wasser strömen. Und es roch nach Gas. Wir wurden weiter nach hinten geschickt, zur Straße. Da hab ich erst realisiert, dass der Gastank des Mehrfamilienhauses mitgerissen wurde. Wir wurden evakuiert. Die Feuerwehr kam mit Sirenen und wir mussten das Haus verlassen. Es hat nach Gas gerochen. Ich dachte, es wäre das selbe wie beim letzten Mal. Da ist auch nicht viel passiert, aber dieses mal war es schon heftiger. Die Mieterin war erst einmal gucken, da hat es nur geregnet. Dann hat sie sich zehn Minuten hingelegt und war halt unten in der Wohnung eingeschlossen. Sie hat dann versucht, durch die Tür rauszukommen aber das ging nicht, wegen dem Wasser. Sie ist dann hinten aus dem Fenster raus geklettert. Der Keller läuft voll vom Grundwasser her, das läuft die ganze Zeit nach und man muss das die ganze Zeit weg pumpen. Wir hatten das die Jahre davor noch nie, dass so was passiert ist. Es hat stark geregnet. Wir dachten, vielleicht passiert es wieder und dann ist es passiert.
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  • Sigrid Hals, Anwohnerin
  • Ich saß im Sessel, hab noch Fernsehen geguckt und habe mir die Unwetterlage in Süddeutschland angeguckt. Ich bin dann kurz rausgegangen, weil ich mein Auto in die Garage stellen wollte und dann hörte ich ein Rauschen. Und dann hab ich schon gesehen, wie das Wasser auf mich zulief. Ich bin dann raus gerannt mit meinem Schlüssel in der Hand und wollte mein Auto retten und die Feuerwehr meinte dann nur noch raus da, alles raus. Ist da noch wer drin? Sie müssen da raus. Der Gastank und so weiter. Dann habe ich nur meinen Sohn vom Sofa geholt, weil der da noch schlief. Gummistiefel an, Strom abgeschaltet und raus. Und dann standen wir hier. Und es roch nach Gas, das kam ja noch dazu. So nahm das ganze seinen Lauf. Es war noch viel schlimmer als am Freitag. Da können wir von Glück reden, dass wir da so glimpflich davongekommen sind. Auf RTL kam dann halt, dass die Gewitter sich jetzt im Norden noch mal mehr ausregnen würden, dass es sich so langsam halt beruhigen würde, es wäre aber noch nicht vorbei. Dass es jetzt so uns treffen würde, da hätte ich auch nicht mit gerechnet. Es war ziemlich am regnen und deswegen habe ich gedacht, gehst du mal gucken, packst du das Auto mal rein. Und dann war es schon passiert. Ich stand da oben auf der Treppe und guckte und das Wasser kam hier geschossen. Die erste Stufe war schon überspült, da war gar nichts. Erst mal herumgebrüllt, weil da kriegt man erst mal Panik. Das ging ruck zuck. Wahnsinn. Die Feuerwehr war schon hier, dann raus, ist da noch jemand drin. Meine Mieterin hier unten, war auch drin. Die bekam die Tür nicht mehr auf. Das Mädchen bekam dann erst mal Panik und ist dann hinten durch das Küchenfenster raus geklettert, als sie ihre Tür nicht mehr auf bekam. Es ist Gott sei dank nicht so hoch da gestiegen, aber sie kam nicht mehr zur Türe raus. Wir haben zwar selber eine Ölheizung, aber der Gastank ist ja im Nachbarhaus, also hier nebenan und der war ja abgerissen. Der ist abgeschwemmt worden. Es ist jetzt abzuwarten. Bei mir sickert der Keller jetzt voll. Der Grundwasserspiegel ist jetzt gestiegen. Zu sechst waren wir da jetzt am Schrubben, haben jetzt da noch eine Pumpe stehen und saugen da jetzt alles auf was da noch kommt. Wie lange das jetzt noch dauert, weiß ich nicht.
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  • Claus Möseler, Feuerwehr Mechernich
  • Wir hatten hier eine Unwetterlage, wo ziemlich viel Regen runterkam. Es sammelte sich auf den Feldern und wurde schließlich zu einem Strom mit 20 Metern Breite und einer Wasserhöhe von einem Meter. Es kam die Meldung, dass ein Gastank drohte, wegzurutschen. Wie ich dann hier vor Ort war, war der schon weggerutscht, aus der Verankerung gerissen. Da ist eine Leitung abgerissen. Da hat er halt ausgeblasen. Dann wurde die Situation heikler und wir haben die Leute alle evakuiert, die drumherum waren. Dann haben wir den ausblasen lassen und später ist dann eine Gruppe hinzugekommen vom ABC-Zug und hat den zugedreht. Somit war die Gefahr schon mal gebannt. Er ist über zwei Grundstücke geschwommen und ist nachher an einem kleinen Gartenzaun hängen geblieben. Dann haben wir den gesichert und dadurch war die Situation halt nicht mehr so kritisch für uns hier und wir konnten weiterarbeiten. Im ersten Moment haben wir es befürchtet, aber weil keine Zündquelle in der Nähe war und genug Wasser, konnte keine Explosion stattfinden. Die Anwohner haben wir dann in der Kirche von Kallmuth untergebracht. Dort wurden sie vom roten Kreuz betreut. Wir haben dann Stadtalarm auslösen lassen. Das sind dann über 15 Gruppen die dann alarmiert werden und zusätzlich noch eine Feuerwehr, die den Grundschutz dann übernommen hat für die Stadt Mechernich. Dann haben wir langsam angefangen, Keller auszupumpen. Das hing damit zusammen, dass ein Keller voller Schlamm war und unsere Pumpe andauernd zusetzte. Wir haben uns dann entschieden, das Güllefass zu nehmen und die haben das dann auch weggefahren. Freitag war auch schon Wasser hier, da war aber nur ein Haus betroffen und das Haus ist heute auch wieder betroffen. Aber die Leute nehmen das humorvoll muss man dazu sagen. Die Situation sollte sich am Nachmittag beruhigen, aber das war nicht der Fall. Und deswegen mussten wir heute schon wieder hier hin. Heute morgen war mein Kollege hier vor Ort gewesen und hat sich das mal angeguckt. Da haben die Leute schon mit Holzbohlen einen Graben gezogen, damit, wenn das Wasser kommen würde, nicht weiter in die Stadt kommen könnte. Aber das hat in diesem Fall nicht geholfen, weil so viel Wasser hier runtergekommen ist. Wir hatten keine Macht mehr. Das ganze ist verteilt auf mehrere Ortschaften. Die Ortschaft Kommern ist jetzt wohl auch betroffen, sowie ich das eben erfahren habe. Da steigt der Pegel vom Bleibach wieder an und da werden wir jetzt gleich auch noch mal schauen, wie die Situation da ist. Ich denke mal, die Kameraden werden da jetzt am Sichern sein und dann werden wir da jetzt gleich vor Ort schauen und entscheiden müssen. Die Motivation unter den Kollegen ist optimal. Die einzelnen Gruppenzügen arbeiten sehr gut untereinander auch durch die Verpflegung durch das rote Kreuz. Wir werden jetzt noch einige Stunden hier am arbeiten sein, aber ich denke, wenn der Magen wieder voll ist, können wir wieder loslegen.  

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