METRO-Zentrale in Düsseldorf im Blick – Moskau greift durch – Deutscher Handelsriese Metro unter Zwangsverwaltung gestellt
Nächster Schlag im Wirtschaftskrieg – Putin-Dekret enteignet deutschen Großkonzern, der trotz Sanktionen im Land blieb – 91 Märkte und Tausende Mitarbeiter betroffen
Eskalation gegen den Westen – Kreml übernimmt die Kontrolle über russisches Metro-Vermögen
Datum: Montag, 28. September 2026, 18:00 Uhr
Ort: Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen
(th) Der Kreml hat das Russland-Geschäft des deutschen Handelskonzerns Metro unter staatliche Kontrolle gestellt. Ein am Montag von Präsident Wladimir Putin unterzeichnetes Dekret überträgt die Vermögenswerte an eine neu gegründete russische Verwaltungsgesellschaft. Metro hatte als eines von wenigen deutschen Unternehmen seine Geschäfte in Russland auch nach dem Angriff auf die Ukraine fortgeführt. Der Konzern begründete dies mit der Verantwortung für seine rund 10.000 Mitarbeiter im Land.
Die Zwangsverwaltung trifft das Unternehmen empfindlich. Das Russland-Geschäft war für Metro mit 91 Großmärkten bisher sehr profitabel. Es stand für fast zehn Prozent des Gesamtumsatzes. Für die Verwaltung der Metro-Anteile ist nun die Firma „UK Torg Rus“ zuständig. Diese Gesellschaft wurde erst wenige Wochen zuvor gegründet. Brisant: Ihr neuer Leiter ist der bisherige Russland-Chef von Metro, Johannes Maria Tolay. Der Geschäftsbetrieb soll zunächst normal weiterlaufen.
Eine offizielle Begründung für den Schritt nannte der Kreml nicht. Die Maßnahme reiht sich jedoch in eine Serie von Enteignungen ein. Moskau reagiert damit auf die westlichen Sanktionen. Zuvor hatte es bereits die russischen Töchter von Danone, Carlsberg und Uniper getroffen. Die EU wertet solche Schritte als faktische Verstaatlichung. Für Metro bedeutet die Entscheidung den vorläufigen Verlust der Kontrolle über sein wichtiges Russland-Geschäft.
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