Beim Benzinpreis wie im Fußball besser? Deutschland debattiert – Italien deckelt
An einer ENI-Tankstelle in Cagliari kostet Diesel 2,19 Euro – Energiekonzerne deckeln Preise, während in Deutschland die Steuerdebatte tobt – Blick auf die Insel Sardinien
Italien handelt anders als Deutschland gegen die Treibstoffpreise
Datum: Montag, 28. September 2026, 15:00 Uhr
Ort: Cagliari/Sadinien, Italien, Europa
(th) An einer ENI-Tankstelle im Süden Sardiniens wurden wie in ganz Italien gedeckelte Spritpreise zur Realität. Autofahrer zahlten für einen Liter Diesel 2,19 Euro und für Super 1,99 Euro. Als Reaktion auf die Belastungen deckeln nun erste Energiekonzerne wie ENI und IP die Preise. Dies geschieht, um Familien und Unternehmen aufgrund der angespannten Energiemärkte zu entlasten. In Deutschland wird derweil ein anderer Weg verfolgt.
Die Preisdeckelung in Italien ist eine direkte Reaktion auf die außergewöhnlich hohen Kraftstoffkosten. Der Energiekonzern Eni kündigte an, die Preise für zunächst 30 Tage zu begrenzen. Eine Verlängerung bis zum Jahresende wird geprüft. Die italienische Regierung unter Giorgia Meloni begrüßte diesen Schritt als wichtiges Zeichen der Rücksichtnahme. Die Maßnahme fällt mit dem schrittweisen Abbau staatlicher Steuervergünstigungen zusammen, was den Eingriff der Konzerne umso bemerkenswerter macht.
In Deutschland setzt die Politik weiterehin auf andere Instrumente. Die Bundesregierung hatte zur Entlastung eine temporäre Senkung der Energiesteuer beschlossen. Dieser sogenannte Tankrabatt reduzierte den Preis pro Liter um rund 17 Cent. Die Maßnahme war jedoch zeitlich begrenzt. Dauerhaft soll mehr Transparenz an den Zapfsäulen für fairere Preise sorgen. Zudem wurden die Eingriffsmöglichkeiten des Bundeskartellamts verschärft.
Der Vergleich zeigt zwei unterschiedliche Philosophien im Kampf gegen hohe Spritpreise. Italien greift zu direkten Preisobergrenzen und setzte zeitweise sogar die Kfz-Steuer aus. Deutschland hingegen versucht, über temporäre Steuersenkungen und eine stärkere Marktbeobachtung den Preisdruck zu mildern. Für die deutschen Autofahrer bleibt die steuerliche Belastung auf Kraftstoffe weiterhin ein zentrales Thema.
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