Historischer Tiefststand auf dem Rhein:
Pegel fällt auf minus zwei Zentimeter - Kauber Schifferfamilie spricht von historischer Ausnahmelage (im O-Ton) - Fährbetrieb erneut eingestellt - Luftbilder zeigen massiv Austrocknung - Keine Entspannung in Sicht
Tausende Euro Tagesausfall zur besten Saison - Fährbetreiber hat nun Zeit für Wartungen satt Betrieb
Datum: Sonntag, 27. September 2026, 11:00 Uhr
Ort: Kaub, Rhein-Lahn-Kreis, Rheinland-Pfalz
(jb) Das extreme Niedrigwasser im Rhein hat einen neuen historischen Tiefstand erreicht und den Fährverkehr am Mittelrhein erneut zum Erliegen gebracht. Am Pegel Kaub sank der Wasserstand auf minus zwei Zentimeter. Der Fährbetrieb der Fährgemeinschaft Kaub musste daraufhin vollständig eingestellt werden. Nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) war der Stand bereits am Samstagmittag auf minus einen Zentimeter gefallen, nachdem er am Freitag noch bei vier Zentimetern gelegen hatte. Die Rheinfähre benötigt für einen regulären Betrieb einen Mindestpegel von 15 Zentimetern. Wann der Verkehr wieder aufgenommen werden kann, ist unklar; ergiebige Regenfälle sind vorerst nicht in Sicht. Bereits im Sommer hatte die Verbindung wegen Niedrigwassers für zehn Tage stillgestanden, was für den Betreiber Einbußen im niedrigen fünfstelligen Bereich bedeutete. Inhaber von Zeitkarten können kostenfrei auf benachbarte Fähren wie St. Goar–St. Goarshausen oder Bingen–Rüdesheim ausweichen. Weiter stromaufwärts ruht der Fährverkehr unter anderem auch zwischen Altrip und Mannheim. Der Rheinabschnitt bei Kaub gilt als wesentliches Nadelöhr für die Binnenschifffahrt; der bisherige Rekordtiefstwert aus dem Trockenjahr 2018 lag bei 25 Zentimetern. Durch den Pegelstand unter dem definierten Pegelnullpunkt - der nicht das Trockenfallen der Fahrrinne bedeutet, sondern als Bezugspunkt dient - können Frachtschiffe nur noch mit stark reduzierter Ladung verkehren. Ökonomen des Instituts der deutschen Wirtschaft beziffern die gesamtwirtschaftlichen Schäden durch logistische Verlagerungen, Produktionsdrosselungen und Frachtausfälle der monatelangen Niedrigwasserphase auf rund 18 Milliarden Euro.
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