Schwerer Unfall in der Nacht auf der A61 bei Swisttal-Miel:
Familien-Van kommt von Autobahn ab, überschlägt sich und stürzt in Böschung – Vater kann noch selbst den Notruf aus dem von der Autobahn kaum zu sehenden Unfallwrack absetzen - 6-jährige Tochter schwebt in Lebensgefahr
Rettungskräfte finden wenig später Fahrzeug abseits der Fahrbahn - Großeinsatz und stundenlange Vollsperrung
Datum: Sonntag, 05. Juli 2026, 0:30 Uhr
Ort: A61 bei Swisttal-Miel, Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen
(sg) Ein schwerer Verkehrsunfall hat in der Nacht zu Sonntag für einen Großeinsatz auf der A61 bei Swisttal-Miel im Rhein-Sieg-Kreis gesorgt. Gegen 0:30 Uhr war eine Familie aus dem Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz mit einem VW Sharan auf der Autobahn 61 von Swisttal in Richtung Rheinbach unterwegs. Kurz hinter der Anschlussstelle Swisttal-Miel kam der Familien-Van aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab.
Der VW geriet hinter eine beginnende Leitplanke, prallte gegen mehrere Bäume, überschlug sich und kam schließlich schwer beschädigt mehrere Meter tiefer in einer Böschung zum Stehen. Die Wucht des Aufpralls war so heftig, dass eine Tür des Vans aus dem Fahrzeug gerissen wurde und an einem Baum hängen blieb.
Trotz des schweren Unfalls konnte der 38 Jahre alte Vater noch selbst über die 112 den Notruf wählen. Das war offenbar entscheidend, denn das Unfallwrack war von der Autobahn aus in der Dunkelheit nicht mehr zu sehen. Ohne den Notruf wäre der Wagen vermutlich längere Zeit unentdeckt in der Böschung geblieben.
Die anrückenden Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Swisttal erkannten zunächst abgebrochene Äste auf der Fahrbahn und fanden schließlich den schwer beschädigten VW hinter der Leitplanke in der Böschung. Aufgrund des Unfallbildes forderten die ersten Einsatzkräfte sofort weitere Einheiten nach. Mehrere Personen waren teils im Fahrzeug eingeklemmt beziehungsweise eingeschlossen.
Die Rettung gestaltete sich aufwendig. Zunächst mussten Bäume und Sträucher entfernt werden. Gleichzeitig sicherten die Einsatzkräfte das Wrack gegen weiteres Abrutschen ab, fixierten Türen mit Seilen und verschafften sich mit Leitern und Seilsicherung Zugang zu dem Fahrzeug in der steilen Böschung.
Da die Lage zunächst unübersichtlich war und nicht ausgeschlossen werden konnte, dass weitere Personen in den Unfall verwickelt waren, wurde ein sogenannter MANV ausgelöst – ein Massenanfall von Verletzten oder betroffenen Personen. Daraufhin rückten zahlreiche Rettungswagen und Notärzte zur Unfallstelle aus. Auch der Organisatorische Leiter Rettungsdienst und der Leitende Notarzt des Rhein-Sieg-Kreises kamen zur Unglücksstelle.
Bei sommerlichen Temperaturen und unter erheblichem personellen Aufwand gelang es den Einsatzkräften schließlich, alle Verletzten aus dem Fahrzeug zu retten und über die steile Böschung sowie die Leitplanke hinweg zur weiteren Versorgung zu bringen.
Vor Ort war zunächst davon ausgegangen worden, dass der 38-jährige Fahrer, seine 36 Jahre alte Ehefrau und der fünfjährige Sohn schwer bis schwerst verletzt worden sein könnten. Sie wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben der Polizei stellte sich dort jedoch zum Glück heraus, dass diese drei Familienmitglieder nur leicht verletzt wurden.
Deutlich kritischer ist der Zustand der sechsjährigen Tochter. Sie erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen und schwebt nach Polizeiangaben weiterhin in Lebensgefahr.
Die Unfallursache ist noch unklar. Die Autobahn 61 musste ab der Anschlussstelle Swisttal-Miel in Fahrtrichtung Koblenz für die umfangreichen Ermittlungs- und Bergungsarbeiten mehrere Stunden gesperrt werden. Der aufgestaute Verkehr wurde durch die Autobahnpolizei zurückgeführt.
Für die Unfallaufnahme war ein Verkehrsunfallaufnahme-Team aus Essen im Einsatz. Das nachgeforderte Technische Hilfswerk leuchtete die Unfallstelle für die Polizei aus. Der verunfallte VW Sharan wurde durch ein Abschleppunternehmen aus dem Seitenraum geborgen und für die weiteren Ermittlungen der Polizei sichergestellt.
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