Hitze bringt Rettungsdienst in Köln auch am Sonntag an die Belastungsgrenze – Feuerwehrchef Christian Miller: "Eine für uns völlig neue Situation"
Zusätzliche Rettungswagen, Notärzte und Löschfahrzeuge unterstützen im Stadtgebiet – Feuerwehr berichtet von mehreren lebensgefährlichen Überhitzungen in Wohnungen - DRK richtet Strukturen an Klinik-Notaufnahme - Messe wird zur Kälteinsel
Sieben Menschen innerhalb von 24 Stunden bewusstlos aufgefunden – viele Fälle offenbar in Dachgeschosswohnungen – ein Patient muss reanimiert werden
Datum: Sonntag, 28. Juni 2026, 15 Uhr
Ort: Köln, Nordrhein-Westfalen
(sg) Die extreme Hitzewelle in Köln bringt Rettungsdienste und Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze. Wegen der Vielzahl an Notfällen durch Überhitzung wurde in der Messehalle 3 ein Notfallversorgungszentrum eingerichtet. Die Feuerwehr hat alle verfügbaren Kräfte mobilisiert. Löschfahrzeuge unterstützen den Rettungsdienst im gesamten Stadtgebiet. Die Lage spitzte sich am Wochenende nach elf Tagen anhaltender Hitze mit Rekordtemperaturen zu.
Die Situation ist besonders für geschwächte Menschen dramatisch. Innerhalb von 24 Stunden wurden sieben Menschen bewusstlos in ihren Wohnungen aufgefunden. Oft waren es überhitzte Dachgeschosswohnungen. In einem Fall wurde eine Körpertemperatur von 42 Grad gemessen. Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Alex Lechleuthner, erklärt: Steigt die Außentemperatur, wird der Körper seine Wärme nicht mehr los. "Dadurch steigt die Körpertemperatur. Und etwa ab 39, 40, 41 Grad beginnen bestimmte Eiweiße im Körper ihre Funktion einzustellen und dadurch entstehen dann lebensbedrohliche Situationen."
Die Einsatzkräfte reagierten mit einem Großaufgebot, um die Versorgung sicherzustellen. "Wir haben in der Spitze über 20 Rettungswägen nachgesteuert und auch in der Spitze fünf Notarzt-Einsatzfahrzeuge", so Feuerwehrchef Christian Miller. Da auch die Notaufnahmen der Kliniken überlastet waren, wurde in der Messe ein Versorgungszentrum für leichtere Fälle errichtet. Eine solche Lage sei neu, betont Miller: "Dass wir so eine lange und intensive Hitzeperiode haben, die die medizinische Versorgung so stark belastet hat, ist mir nicht bekannt." Krisenstabschef Torsten Burmester bekräftigt: "Wir haben gehandelt, wir sind krisenfähig, wir haben die Situation im Griff."
Die Behörden appellieren eindringlich an die Bürger, die Hitze ernst zu nehmen. Man solle ausreichend trinken und unnötige Aktivitäten im Freien meiden. "Bei solchen Temperaturen sollte man keinen Sport treiben", warnt Feuerwehrchef Miller. Für die Zukunft fordert die Stadt mehr Investitionen in Hitzeschutz wie Beschattung und Kühlmöglichkeiten. Denn solche Hitzewellen werden laut Experten in Zukunft weiter zunehmen.
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