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Sonntag, 28. Juni 2026, 14 Uhr
Ort: Rotenfels bei Traisen, Landkreis Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz
News-Nr.: 49288

Waldbrand im Kampfmittelgebiet bei Traisen außer Kontrolle:
Waldbrand bedroht inzwischen Ortschaft - Explosionen im Einsatzbereich stoppen direkte Löscharbeiten - über 650 Bewohner aus Traisen evakuiert

Aktuelle Bilder vom Sonntag - Rund 300 Kräfte im Einsatz – Schneisen und Wasserwerfer sollen Ausbreitung verhindern – Notunterkunft in Roxheim eingerichtet

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Datum: Sonntag, 28. Juni 2026, 14 Uhr

Ort: Rotenfels bei Traisen, Landkreis Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz

 

(sg) Am Rotenfels bei Traisen im Landkreis Bad Kreuznach läuft seit Samstagnachmittag ein großer Waldbrandeinsatz. In einem schwer zugänglichen Steilhang nahe des Fernsehturms war gegen 14:30 Uhr ein Feuer ausgebrochen, das sich in der Nacht weiter ausbreitete. Nach aktueller Einschätzung sind rund drei Hektar Wald betroffen. Der Brand gilt inzwischen als außer Kontrolle.

Besonders brisant ist die Lage, weil sich der Brand in einem Kampfmittelgefahrengebiet befindet. Im Einsatzbereich kam es nach bisherigen Angaben zu mehreren Explosionen. Die Feuerwehr musste deshalb direkte Löscharbeiten im betroffenen Abschnitt abbrechen und sich aus dem Gefahrenbereich zurückziehen. Der Brandherd kann derzeit nicht betreten werden; die Einsatzkräfte versuchen, die Flammen aus sicherer Entfernung einzudämmen.

Inzwischen sind rund 300 Einsatzkräfte aus mehreren Landkreisen, vom Landeskatastrophenschutz sowie spezialisierte Kräfte im Einsatz. Unterstützung kommt auch aus Hessen. Mit Schneisen, Wasserwerfern und Löschmaßnahmen aus sicherem Abstand soll verhindert werden, dass sich das Feuer weiter ausbreitet. Bereits zuvor war auch ein Polizeihubschrauber für Löschwasserabwürfe eingesetzt worden. Die Wasserversorgung erfolgt unter anderem über Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen sowie über Wasserentnahmestellen in der Umgebung.

In der Nacht hatte die Kreisverwaltung zunächst Teile von Traisen räumen lassen. Betroffen waren mehrere Straßen im nördlichen Ortsteil innerhalb eines Ein-Kilometer-Radius um das Kampfmittelgefahrengebiet. Am Sonntag wurde die Evakuierung nach aktueller Lage auf den gesamten Ort Traisen ausgeweitet. Rund 650 Menschen sind davon betroffen. Eine unmittelbare Gefahr für Gebäude wurde zunächst nicht gemeldet; die Maßnahme dient vor allem dem Schutz vor Rauch, Brandgasen sowie möglichen Explosionen und Splittern.

Als Notunterkunft wurde die Birkenberghalle in Roxheim eingerichtet. Dort werden Betroffene betreut und versorgt. Für ältere und gebrechliche Menschen, Mütter mit kleinen Kindern sowie Menschen mit Beeinträchtigungen wurden nach Angaben der Behörden zusätzlich Hotelzimmer organisiert.

Die Bevölkerung wurde über KATWARN informiert. Anwohnerinnen und Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten, sich von Rauch und Brandgasen fernhalten, das Brandgebiet weiträumig meiden und Zufahrtswege für Feuerwehr und Rettungskräfte freihalten. Verletzte wurden bislang nicht bekannt.

Die Lage bleibt angespannt. Trockenheit, Hitze, das steile Gelände und die mögliche Altmunition erschweren die Löscharbeiten erheblich. Nach Einschätzung der Einsatzleitung kann der Brand im inneren Gefahrenbereich nicht direkt bekämpft werden; dort muss das Feuer unter Kontrolle beobachtet werden, während die Einsatzkräfte ein weiteres Übergreifen verhindern.


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