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Sonntag, 28. Juni 2026, 02:30 Uhr
Ort: Saarlouis, Saarland
News-Nr.: 49286

Flammeninferno in Saarlouis:
Feuer greift von Fahrzeugen auf historisches Gebäude über - Flammen erfassen Fassade und fressen sich bis in den Dachstuhl – meterhohe Flammen breiten sich auf rund 80 Meter Länge aus – über 150 Einsatzkräfte im kräftezehrenden Einsatz bei tropischen Temperaturen in der Nacht

Feuerwehrmann kollabiert in Schutzkleidung – Bevölkerung über KATWARN vor Rauch gewarnt – Jobcenter bleibt nach Brand geschlossen

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Datum: Sonntag, 28. Juni 2026, 02:30 Uhr

Ort: Saarlouis, Saarland

 

 

(sg) Ein verheerender Brand hat in der Nacht zu Sonntag ein historisches Gebäude in der Innenstadt von Saarlouis schwer beschädigt. Das Feuer war gegen 2:30 Uhr zunächst als Fahrzeugbrand an der Ludwig-Karl-Balzer-Allee gemeldet worden. Beim Eintreffen der Feuerwehr standen jedoch bereits zwei Fahrzeuge in Vollbrand. Die Flammen hatten auf die Fassade des angrenzenden Gebäudes übergegriffen und breiteten sich rasch bis in den Dachstuhl aus.

Aufgrund der schnellen Brandausbreitung wurden umgehend weitere Kräfte nachalarmiert. Der Dachstuhlbrand dehnte sich nach Angaben der Feuerwehr auf eine Länge von rund 80 Metern aus. Mit einer Riegelstellung konnte verhindert werden, dass die Flammen noch weiter auf angrenzende Gebäudeteile übergreifen. Im Einsatz waren mehrere Feuerwehren aus dem Landkreis Saarlouis sowie insgesamt drei Drehleitern. Zusätzlich wurde der Brand auch von einem benachbarten Parkhaus aus mit Strahlrohren bekämpft. Nach rund zwei Stunden konnte die Feuerwehr das Feuer unter Kontrolle bringen.

Für die rund 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei war der Einsatz besonders kräftezehrend. In der Nacht herrschten noch sommerliche Temperaturen von etwa 25 Grad. Ein Feuerwehrmann kollabierte in seiner schweren Schutzkleidung und musste vom Rettungsdienst vor Ort versorgt werden. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung im Innenstadtbereich über KATWARN aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Das betroffene Gebäude hat eine lange Geschichte. Anfang des 19. Jahrhunderts war dort die „Türkische Tabak- und Cigarettenfabrik Jyldis“ ansässig. Heute befinden sich in dem Komplex unter anderem das Jobcenter des Landkreises Saarlouis, Teile der Diakonie, das Streetwork-Team des Landkreises sowie das Projekt „Startbahn 25“ zur Berufsvorbereitung junger Menschen. Das Jobcenter bleibt aufgrund der Brandschäden ab Montag zunächst geschlossen. Eines der ausgebrannten Fahrzeuge gehörte nach ersten Informationen dem Streetwork-Team.

Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Brandermittler sollen den Einsatzort umfangreich untersuchen. Dabei wird auch geprüft, ob Brandstiftung in Betracht kommt. Ein besonderes Augenmerk liegt nach ersten Angaben auf der Auswertung von Überwachungskameras am Gebäude. Die Feuerwehr rechnete noch bis in die Vormittagsstunden mit Nachlöscharbeiten.

 


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