Wenn der Fortschritt ins Schwitzen kommt:
Universität Passau schaltet Kühlung in Gebäuden ab und gibt Tipps gegen die Hitzewelle - Hörsäle bleiben bei 38 Grad ohne Klimaanlage - Studenten verwirrt über Maßnahmen
Mit Vox-Pops von Studenten
Datum: Donnerstag, 25. Juni 2026, 18:00 Uhr
Ort: Passau, Bayern
(jk) Es klingt fast wie eine Szene aus einer Satire: Während für die kommenden Tage Temperaturen von bis zu 38 Grad erwartet werden, soll an der Universität Passau die Kühlung zahlreicher Räume abgeschaltet bleiben. Studierende und Mitarbeitende wurden per Rundmail informiert, inklusive Tipps, wie man sich gegen die Hitze wappnen kann.
Die Universität teilte mit, dass die Kühlung von Hörsälen, Unterrichtsräumen, Lesesälen der Universitätsbibliothek sowie des ITZ-Gebäudes vom 25. bis einschließlich 28. Juni ausgesetzt werde. Als Grund nennt die Hochschule die außergewöhnlich hohen Temperaturen: Die bestehende Kälteversorgung stoße derzeit an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Maßnahme sei notwendig, um die vorhandenen technischen Kapazitäten während der Hitzeperiode stabil zu halten und den Gesamtbetrieb bestmöglich aufrechtzuerhalten.
Für viele wirkt die Situation dennoch widersprüchlich. Die Universität wächst, neue Gebäude entstehen, die Infrastruktur wird laufend erweitert und zuletzt wurde unter anderem in moderne Technik und Photovoltaikanlagen investiert. Umso größer ist der Kontrast: Ein moderner Campus, aber ausgerechnet bei einer Hitzewelle müssen Hörsäle, Lernräume und Teile der Bibliothek ohne Kühlung auskommen.
Besonders fragwürdig erscheint der Umstand, dass Temperaturen um 38 Grad inzwischen keine völlig außergewöhnliche Wetterlage mehr darstellen. Viele moderne Klimasysteme sind für Außentemperaturen von bis zu etwa 43 Grad ausgelegt. Die Situation sorgt entsprechend für ironische Reaktionen: Eine Universität, die für Innovation, Forschung und Zukunftstechnologien steht, verschickt während einer Hitzewelle Hinweise zum richtigen Umgang mit der Wärme, während gleichzeitig die technische Kühlung ausgesetzt wird.
Die Universität betont, dass es sich um eine kurzfristige Maßnahme handelt und parallel an langfristigen Lösungen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit gearbeitet werde. Trotzdem bleibt ein ungewöhnlicher Eindruck zurück: Ein moderner Hochschulstandort, der bei sommerlichen Extremtemperaturen an die Grenzen seiner Kühlung gerät.
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