Binnen Minuten von der Außenwelt abgeschnitten:
Gewaltiges Unwetter zieht über Ostfriesland – Blitzspektakel verwandelt sich in kurzer Zeit in Sturmböen über 100 km/h – Notruf 112 binnen Minuten komplett überlastet (on tape) – Feuerwehr muss Alarmfahrten wegen akuter Gefahr abbrechen und Unwetter aussitzen – Stadtteil Leybuchtpolder völlig von Außenwelt abgeschnitten – Sämtliche Straßen durch umgestürzte Bäume unpassierbar – Landwirte rücken mit Traktoren an – THW Emden fordert schweren Radlader an – Aufräumarbeiten von Feuerwehr und THW dauern einige Zeit
Pavillons für großes Jubiläumsfest komplett zerstört – Ausgezeichnete „Allee des Jahres 2025“ schwer beschädigt
Datum: Samstag, 20. Juni 2026, 02:00 Uhr
Ort: Pilsum und Norden, beide Landkreis Aurich, Niedersachsen
(jb) Eine schwere Superzelle mit heftigem Sturm und einer extrem hohen Blitzrate hat in der Nacht in Ostfriesland erhebliche Schäden angerichtet. Das Unwetter, das gegen 1:00 Uhr die Stadt Norden erreichte, war zuvor über Belgien und die Niederlande gezogen. Beim ersten Einsatz der Feuerwehr Norden in der Innenstadt war ein großer Baum auf eine Bahnlinie gestürzt und hatte die Oberleitung abgerissen, was zu Funkenflug und einem kleinen Brand führte. Wegen des anhaltenden Starkregens und Sturms mussten die Einsatzkräfte diesen Einsatz aus Sicherheitsgründen zunächst abbrechen und das Abklingen des Unwetters im Feuerwehrhaus abwarten. Binnen weniger Minuten war zudem der Notruf 112 überlastet. Besonders schwer getroffen wurde der ländliche Norder Stadtteil Leybuchtpolder mit allein 20 bis 30 Einsatzstellen. Laut Alwin Mellies, Ortsvorsteher und Landwirt, war es zunächst taghell durch Blitze, bevor eine Sturmwand einsetzte. Sämtliche Zufahrtsstraßen waren durch umgestürzte Bäume blockiert. Nach der Sicherung ihrer Höfe unterstützten örtliche Landwirte die Feuerwehr bei den Räumungsarbeiten. Zur Unterstützung wurde das Technische Hilfswerk (THW) Emden mit einem Radlader angefordert, um die Straßen freizuschieben. Nach Angaben von Thomas Weege von der Feuerwehr Norden handelte es sich laut Anwohnern und Einsatzkräften um einen der stärksten Stürme der letzten Jahre. Durch das Unwetter wurde auch die als „Allee des Jahres 2025“ ausgezeichnete Allee schwer beschädigt. Bereits aufgebaute Zelte und Pavillons für ein geplantes Fest zum zehnjährigen Bestehen der Dorfgemeinschaft wurden vollständig zerstört. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. Die Aufräumarbeiten dauern an.
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