Public Viewing bei der Feuerwehr:
Feuerwehr und Rettungsdienst hoffen auf entspannten Fußball-Abend auf der Wache – Alarmierung wegen Brandmeldeanlage und ununterbrochene Notrufe verderben Fußballabend – Sanitäter im Dauereinsatz – Besatzung verpasst wegen vieler Folgeeinsätze sechs Tore – Ein Treffer wird unfreiwillig beim Patienten im Wohnzimmer verfolgt – Schlusspfiff erst bei Rückkehr in die Wache
Trotz verpasster Partie steht für die Retter die schnelle Hilfe an erster Stelle, die Tore laufen in der Zusammenfassung
Datum: Sonntag, 14. Juni 2026, 17:00 Uhr
Ort: Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen
(jb) Mülheim an der Ruhr. Sonntag, siebzehn Uhr in Mülheim an der Ruhr. Die Ruhe vor dem Sturm. Eigentlich hoffen die Retter der Berufsfeuerwehr auf einen entspannten Fußball-Abend. Gemeinsam die Daumen drücken, mitfiebern, Tore zählen. Denn die Wache ist für die Männer und Frauen wie eine zweite Familie. „Wenn die Nationalelf läuft, dann sitzt man zusammen hier und schaut gemeinsam im Rudel. Da gucken wir natürlich gemeinsam", sagt Sebastian Pick von der Feuerwehr Mülheim an der Ruhr. Doch aus dem gemütlichen Fußball-Abend im „Rudel“ wird nichts. Während die Nationalelf ein wahres Tor-Feuerwerk abbrennt, brennt in Mülheim die Luft. Die Feuerwehr muss zu einer Brandmeldeanlage ausrücken, der Rettungsdienst ist im Dauereinsatz. Die Bilanz für die Besatzung eines Rettungswagens: Direkt zwei Folgeeinsätze am Stück. Während ganz Deutschland jubelt, verpassen die Retter gleich fünf Tore auf einmal. Das fünfte Tor erlebt ein Sanitäter allerdings unter höchst ungewöhnlichen Umständen – direkt beim Patienten im Wohnzimmer. „Das fünfte Tor habe ich noch beim Patienten sehen können, weil im Hintergrund der Fernseher lief. Wir waren gerade kurz davor, wieder einzurücken, da kam direkt der Folgeeinsatz. Ich habe es mit dem Schlusspfiff eigentlich erst wieder reingeschafft und nur noch den Endstand von sieben zu eins gesehen. Insgesamt habe ich sechs Tore verpasst. So ist es halt manchmal leider bei uns im Beruf", erzählt Johannes Drost vom Rettungsdienst. Mitten im Spiel aufstehen, die gedankliche Schland-Schminke abwischen und rausfahren. Für die Profis hier eine Selbstverständlichkeit – auch wenn man im Herzen glühender Fußballfan ist. „In dem Moment schalten wir ganz schnell ab. Da steht der Dienst im Vordergrund, Menschen zu helfen – und der Fußball erst an zweiter Stelle", so Drost weiter. Gegen die Einsatzlage ist man eben machtlos. Während manche Kollegen auf der Wache fast das ganze Spiel sehen konnten, waren andere ununterbrochen auf der Straße. Neid gibt es in der Truppe trotzdem nicht – man gewinnt und arbeitet schließlich als Team. Was am Ende bleibt, ist ein historischer 7:1-Sieg für Deutschland – und ein hochverdienter Feierabend für die Retter aus Mülheim. Nur die Tore, die müssen sich einige der Einsatzkräfte jetzt wohl oder übel in der Zusammenfassung anschauen.
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