Welt-Milchtag – Bauern-Wut in Ostfriesland – Protest mit Traktoren und Milch – Milch auf dem Acker
Wegen sinkender Milchpreise und aus Existenzangst protestieren Bauern in der Krummhörn gegen die Agrarpolitik – Aufgerufen von BDM und EMB versprühen 20 Traktoren Milch als Zeichen gegen die Entwertung von Lebensmitteln und fordern konkrete politische Maßnahmen
Aktion zum Welt-Milchtag – Kundgebung mit europäischen Landwirten
Datum: Sonntag, 31. Mai 2026, 12:00 Uhr
Ort: Krummhörn, Landkreis Aurich, Niedersachsen
(th) Landwirte haben am Sonntag in der Krummhörn protestiert. Anlass ist der bevorstehende Weltmilchtag am Montag, 01. Juni 2026. 14 Traktoren versprühten Milch als Zeichen gegen die Entwertung ihres Produkts. Die Bauern folgten einem Aufruf des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM). Sie beklagen einen Wertschöpfungsverlust von über fünf Milliarden Euro seit dem letzten Jahr.
Die Erzeugerpreise decken die Kosten nicht mehr. „Im Moment kostet die Milch knapp 40 Cent, bräuchten tun wir über 55 Cent pro Kilogramm“, sagt Karsten Hansen, Bundesvorsitzender des BDM. Ein Betrieb mit einer Million Kilogramm Milch verliere dadurch über 150.000 Euro im Jahr. Dieses Geld fehle für Investitionen, Umweltmaßnahmen und das Familieneinkommen. Viele Betriebe müssten drastisch sparen.
Als Ursache sieht Hansen ein Versagen der Politik. „Es ist ein Politikversagen. Es ist kein Marktversagen“, betont der BDM-Vorsitzende. Eine Überproduktion von rund sechs Prozent habe den Preisverfall ausgelöst. Die Politik müsse den Markt regulieren. Es werde ein Produkt hergestellt, das in dieser Menge nicht gebraucht werde.
Der Verband fordert daher ein konkretes Marktkriseninstrument auf EU-Ebene. Dieses solle es Milchbauern ermöglichen, die Milchmenge kurzfristig zu reduzieren. Nur so könne der Markt wieder ins Gleichgewicht kommen. Hansen sieht kurzfristig keine Besserung. Die Milchanlieferung liege weiter deutlich über dem Vorjahresniveau.
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