Mit stolzen 70 Jahren in die Disco:
Day-Clubbing stürmt Saarbrücker Nachtclub – 17-Uhr-Schlange vor der Disco – Einlass-Stopp bereits um 19 Uhr – Eltern und Ü50-Generation feiern wie in den 90ern – Sicherer Heimweg mit der letzten Saarbahn garantiert
Rund 200 Gäste feierten nach dem offiziellen Ende um 23 Uhr nahtlos weiter
Datum: Samstag, 28. Februar 2026, 17:00 Uhr
Ort: Saarbrücken, Saarland
(jb) Samstag 17:00 Uhr in der Innenstadt von Saarbrücken: Während in der Fußgängerzone noch reges Einkaufstreiben herrscht, stehen in der Nebenstraße „Am Steg“ schon die ersten 30 Besucher in der Schlange vor dem „Nightclub Blau“ und wollen in die Disco. Heute findet das neue Party-Reihe „Day Clubbing" statt. Veranstalter und DJ Ron Schatte erklärt: „Das Konzept ist auf die Menschen ausgerichtet, die nicht mehr Lust haben auf 24 Uhr zu warten, bis sie in die Clubs gehen können zum Feiern. Das exzessive Feiern ist einfach um 6 Stunden nach vorne verlegt. Das kommt natürlich allen zu Gute, die es mit der eigenen Ausdauer nicht mehr hinbekommen bis zum frühen Morgen durchzufeiern. Auch ich als Vater eines 6-jährigen Kindes gerate da selbst oft an meine Grenzen. Für mich als DJ ist es komfortabel: Spätestens um 24 Uhr liege ich heute im Bett. Dann tut der Kater nicht ganz so weh, wenn mein Kleiner morgens um 8 Uhr auf der Matte steht.“ Das Konzept „Day Clubbing“ zielt also auf eine völlig neue Kundschaft ab: Die Party für Muttis, Papis, Schwerbeschäftigte und Früh-Zu-Bett-Geher von 17:00 Uhr bis 23:00 Uhr. So ganz nebenbei haben gerade Besucherinnen auch den Vorteil: Wenn fürs Partyoutfit noch ein Accessoire fehlt, dann haben die Geschäfte drum herum noch bis 20:00 Uhr geöffnet, um Abhilfe zu sorgen. DJ Ron Schatte betont: „Das ist keine After-Work-Partyreihe Mit Schicki-Micki, sondern Feiern wie in den 90ern - dunkel, laut, einfach Party machen wie damals - nur eben zu einer völlig neuen Uhrzeit. Das was wir 1995 um 3 Uhr nachts gemacht haben, tun wir jetzt schon um 18 Uhr." Das Konzept geht sichtlich auf: Um 19:00 Uhr - es ist bereits dunkel - herrscht Einnlass-Stopp an der Tür. Drinnen wummern die Bässe im Elektro-Bereich bei DJ Ron Schatte. Auf dem Main-Floor bei DJ Franky und DJ Kastel fliegen die Hände in die Luft zu bekannten Partyhits wie in anderen Clubs zur besten Partyzeit weit nach Mitternacht. Und auch der dritte Dance-Floor ist bis zum letzten Millimeter dicht gedrängt. Das Publikum ist bunt gemischt: Junge Leute Anfang 20 mit Bock auf Party, eine große Gruppe Feiernde mittleren Alters bis hin zu einem Pärchen der Generation 70 plus. Wenige kommen mit Einkaufstüten an die Garderobe. Die meisten haben sich bewusst auf die Party vorbereitet und sich bereits vor Wochen das e-Ticket online gesichert. Die Stimmung ist ausgelassen, der Pegel stimmt bereits, man erkennt sich wieder nach langer Zeit beruflichen oder familiären Abwesenheit aus dem Partyleben. Partygast Pascal steht direkt um 17:00 Uhr auf der Matte. Er sagt: „Für mich ist die frühe Zeit attraktiv. Normalerweise machen die meisten Clubs in der Stadt erst um Mitternacht auf. Ich bin 51 Jahre alt und dann ist man oftmals schon müde.“ Gabi gehört zur Generation über 70, sieht aber locker 20 Jahre jünger aus. Sie ist begeistert „Ich bin schon etwas älter. Für mich war es ganz wichtig, früh herzukommen und Party zu machen. Gerade vorhin war ich noch daheim mit der Gartenarbeit beschäftigt und habe mich dann fertig gemacht zum Feiern. Es war schon ein komisches Gefühl, dass drumherum die Geschäfte noch aufhatten - aber hier drin gehts direkt ab und jetzt bin ich noch fit.“ Partygast Franz sagt : „Spät nachts loszuziehen ist für meine Frau und mich nicht mehr unser Thema. Hier bei der Party sind alle Generationen vertreten, hauptsächlich Ältere. Zu einer früheren Uhrzeit fühlt man sich sicherer. Ich denke, die Party ist gerade für Frauen interessant, die nachts nicht mehr alleine in die Stadt wollen.“ Katharina hat die Neugier in den Club getrieben: „Das ist eine ganz neue Partyreihe, das wollte ich mir einfach mal anschauen mit meinen Freunden. Ich könnte tatsächlich auch später feiern gehen, aber ich finde die Uhrzeit viel angenehmer. Ich fühle mich auch viel sicherer. Man kommt zu einer Uhrzeit zur Party, zu der noch Leben in der Stadt herrscht. Es ist auch ganz praktisch, dass die Geschäfte in der Stadt noch geöffnet haben - so kann man das Schöne mit dem Nützlichen verbinden.“ Simone erzählt: „Als Mama ist man froh, dass man bei Zeiten nochmal daheim ist.“ Ihre Freundin Barbara ergänzt: „Man ist morgen fit zum Handballspiel und es gibt weniger Probleme bei der Organisation des Babysitters. Und man bekommt noch die letzte Saarbahn für den Heimweg“ Barbara findet die geöffneten Geschäfte in der City durchaus attraktiv: "In meinem Fall war das Partyoutfit schon vorher klar. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass hier andere Gäste vorher noch shoppen gehen können.“ Sandra hat ein Grund zur Party bewegt: „Dass wir früh ins Bett kommen. Das ist die Wahrheit. Und dass Leute in unserem Alter da sind. Wir haben im Dezember davon erfahren und im Februar unsere Karten gebucht." Ihre Freundin Jessie fügt hinzu: „Die Teenies daheim kommen gut klar und lassen jetzt mal die Mama feiern.“ Thomas sagt: „Die beste Zeit des Tages. Wenn man etwas älter ist, mag man sich nicht mehr die Nacht um die Ohren schlagen. Ein cooles Revival. Man ist nicht so spät zuhause. Da ist der Sonntag nicht im Sack. Für Frauen ist die Uhrzeit in Sachen Sicherheit in der Stadt auch besser, als Mann macht man sich da nicht so Gedanken.“ Auch Partygast Melanie freut sich nach dem zweiten Glas Cremend: „Ich war schon länger nicht mehr aus. Das ist eine willkommene Gelegenheit unter Leute zu kommen und zu tanzen. In unserem Alter von 44 Jahren ist man zu üblichen Discozeiten ja schon oftmals im Bett. Es ist ja nicht so die Regel, dass man in diesem Alter regelmäßig feiern geht. Es sei denn, man ist Single und da hat man ja oft nur noch Ü30-Partys mit Restposten zur Auswahl. Ich denke, dass sich andere Frauen schon sicherer fühlen, wenn sie zu einer früheren Uhrzeit unterwegs sind,“ Patrick: „Es hat schon diverse Vorteile, wenn man zu dieser frühen Uhrzeit in den Club kann. Gerade wenn man Vater ist, kann man den nächsten Tag mit der Familie besser geniessen.“ Um 23:00 Uhr war die „Day Clubbing“-Party beendet. Dennoch blieben gut 200 Partygäste im „Blau Nightclub“, um dann nathlos beim gewohnten Partyprogramm weiter zu feiern.
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