Ulm versinkt im Neuschnee:
Über 20 Zentimeter Schnee behindern Bus und Straßenbahnverkehr in Ulm – THW muss auf Autobahnen A7 und A8 Fahrzeuge freischleppen – zahlreiche Autofahrer bekommen bei verschneiten Fahrbahnen erhebliche Probleme
Straßenbahnen fahren aktuell noch, Busverkehr am Abend eingestellt – spektakuläre Funkenschläge durch vereiste Oberleitungen on Tape – zahlreiche Pkw-Fahrer haben offenbar noch Sommerreifen und bekommen massive Probleme durch Schneedecke
Datum: Sonntag, 25. Januar 2026
Ort: Ulm, Baden-Württemberg
(sg) Eine kräftige Schneefront hat Ulm in der Nacht am Sonntag massiv getroffen und weite Teile des Verkehrs lahmgelegt. Ab etwa 15 Uhr zog das Unwetter aus südlicher Richtung über die Stadt, bis Mitternacht fielen rund 20 Zentimeter Neuschnee. In kurzer Zeit kam es zu Staus, blockierten Auffahrten und gefährlich vereisten Fahrbahnen. Besonders in Steigungsbereichen verloren zahlreiche Fahrzeuge die Traktion, Räder drehten durch, ein Vorankommen war teils nicht mehr möglich.
Die städtischen Verkehrsbetriebe reagierten bereits am Nachmittag und stellten den Busverkehr auf steilen Strecken ein. Gegen 23.30 Uhr wurde aus Sicherheitsgründen der komplette Busbetrieb gestoppt, Straßenbahnen fuhren noch bis etwa 0.30 Uhr. Mehrere Busse blieben quer auf glatten Fahrbahnen stehen oder kamen an Kreuzungen nicht mehr weiter. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.
Der Straßenbahnverkehr lief auf den eigenen Gleisen weitgehend stabil, allerdings sorgten vereiste Fahrleitungen für spektakuläre Funkenschläge. In der Innenstadt mussten Weichen trotz vorhandener elektrischer Heizung manuell vor jeder Durchfahrt gereinigt werden. Auf gemeinsam genutzten Trassen pressten Busse Schnee in die Weichenanlagen, was zu blockierten Endstellungen führte und zusätzlichen Arbeitsaufwand verursachte.
Auch auf den Autobahnen A7 und A8 rund um das Kreuz Ulm/Elchingen kam der Verkehr immer wieder vollständig zum Erliegen. Besonders der Elchinger Berg in Richtung Stuttgart stellte viele Fahrzeuge vor unüberwindbare Probleme. Das THW Neu-Ulm unterstützte mit schwerem Gerät und zog festgefahrene Fahrzeuge den Berg hinauf. Die Autobahnmeisterei Dornstadt war mit sämtlichen Räumfahrzeugen im Dauereinsatz. Kritisch waren vor allem Bereiche, in denen Lkw oder Pkw zum Stillstand kamen, da dort eine Räumung kaum möglich war und die Fahrbahn schnell vereiste.
Vor allem die Verbindungsrampen erwiesen sich als problematisch. Mehrere Sattelzüge blieben stecken, da die Ladungsverteilung nicht genügend Anpressdruck auf die Antriebsräder erzeugte. Auch Pkw mit Sommerreifen hatten auf den glatten Fahrbahnen keine Chance. Trotz der schwierigen Bedingungen gelang es der Autobahnmeisterei, größere Streckenabschnitte so freizuräumen, dass stellenweise wieder Asphalt sichtbar wurde. Einsatzleiter Georg Gotterbarm koordinierte die Maßnahmen über die gesamte Nacht hinweg an besonders neuralgischen Punkten.
Im Ulmer Stadtgebiet kam es zudem an zahlreichen Ampeln zu Problemen beim Anfahren, Fahrzeuge rutschten oder blieben stehen. Für die kommenden Tage wird leichtes Tauwetter erwartet. Dadurch steigt die Gefahr von Schneebruch erheblich, da nasser Schnee Äste oder ganze Bäume abbrechen lassen kann, was erneut zu Behinderungen auf Straßen und Wegen führen dürfte.
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