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Sonntag, 16. November 2025, 10:11 Uhr
Ort: Hannover, Niedersachsen
News-Nr.: 47637

Polizei taucht in gefährliche Parallelwelten ein:
Großeinsatz im Milieu des Hannoveraner Steintorviertel – Ermittler versuchen sich etablierte Parallelstrukturen in der Szene zu zerschlagen – Türsteherszene und Waffenverbotszone stehen besonders im Fokus der Aktion

Viertel gilt als Schwerpunkt für Drogen und Rotlicht in Hannover – Polizei beobachtet seit längerem die Entwicklung mit Argwohn und möchte mit solchen Aktionen das Gewaltmonopol des Staates auch in diesen Kreisen wiederherstellen

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Datum: Sonntag, 16. November 2025, 10:11 Uhr

Ort: Hannover, Niedersachsen

 

(sg) In der Nacht zum Sonntag führte die Polizeidirektion Hannover eine umfassende Razzia im Bereich des bekannten Vergnügungs- und Rotlichtviertels rund um das Steintorviertel in Hannover durch – Ziel war die Bekämpfung krimineller Netzwerke und die Verhinderung der weiteren Verfestigung paralleler Strukturen.
Im Rahmen der koordinierten Aktion wurden mehrere hundert Einsatzkräfte in zahlreichen Bars, Diskotheken und Laufhäusern eingesetzt. 150 Personen wurden einer Identitätsfeststellung unterzogen, 60 Personen und 12 Pkw durchsucht; dabei wurden unter anderem Schlagstöcke und Reizstoffsprühgeräte sichergestellt und fünf Platzverweise ausgesprochen. Zudem wurden Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen die Waffenverbotszone sowie wegen illegalem Glücksspiel eingeleitet.
Der Einsatz richtet sich gegen langjährige Problemlagen in dem Viertel, welches trotz rückläufiger Gesamtkriminalität in Hannover weiterhin als Schwerpunktgebiet gilt. Insbesondere steht das Agieren von Türstehern im Fokus, deren Tätigkeit laut Ermittlungen über die reine Sicherung von Lokalitäten hinausgeht und enge Verflechtungen mit kriminellen Gruppierungen aufweist. In diesem Kontext wurde das Gebiet bereits als sogenannter „verrufener Ort“ eingestuft.
„Wir nehmen es nicht hin, dass an einem der am stärksten frequentierten Orte in Hannover Strukturen entstehen, die ihre eigenen Regeln entwickeln und durchsetzen und dabei den Rechtsstaat missachten“, sagte Polizeivizepräsident Stefan Sengel. Er betonte, dass Türsteher Sicherheit vermitteln sollen – wer stattdessen Aggression oder Drohkulissen nutze, verliere jegliche Legitimation in diesem Bereich. Zugleich wies er darauf hin, dass nachhaltige Wirkung nur im Schulterschluss mit weiteren Partnern erzielt werden könne.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun ausgewertet werden, um mögliche Folgemaßnahmen zu entwickeln. Ob der heutige Einsatz als Wendepunkt in der Sicherheitslage des Steintorviertels gelten kann, hängt davon ab, ob die Kontrolle langfristig wirksame Effekte auf Gewalt-, Waffen- und Glücksspieldelikte entfalten kann.


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