Schwere Vorwürfe gegen JVA-Mitarbeiter:
15-jähriger Gefängnisinsasse nimmt sich nach angeblichen Misshandlungen durch JVA-Personal das Leben - 17 Mitgefangene verweigern daraufhin Rückkehr in ihre Zellen und lösen SEK-Einsatz aus - Staatsanwaltschaft leitet mehrere Fahren wegen Körperverletzung gegen zwei JVA-Beamte ein
Jugendlicher soll sich nach Essensentzug und körperlicher Misshandlung in Zelle erhängt haben - Verhandlungsgruppe der Polizei kann Aufruhr beenden
Datum: Mittwoch, 6. August 2025, 0:00 Uhr
Ort: Ottweiler, Landkreis Neunkirchen, Saarland
(ch) Es sind schwerwiegende Vorwürfe, denen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit in Ottweiler nachgehen. In der dortigen JVA soll es zu mehreren Körperverletzungen durch die Beamte gegenüber Häftlingen gekommen sein. Im Fall eines polizeibekannten 15-Jährigen, der sich in U-Haft befand, soll dieser keinerlei Essen bekommen haben. Als er Essen in einer anderen Gefängniszelle klaute, soll er gemäß den aktuellen Vorwürfen den Jugendlichen körperlich angegangen haben. Kurz darauf erhängte sich der 15-Jährige.
Seine Mithäftlinge bekamen die Ereignisse mit. Als sie Freigang auf der Sportfläche hatten, weigerten sie 17 von ihnen, wieder in die Zellen zurückzukehren. Stattdessen stellten sie Forderungen für bessere Umstände in der Einrichtung und erhoben weitere Vorwürfe bezüglich ihrer Unterbringung Ein Spezialkommando rückte an, letztlich gelang es der Verhandlungsgruppe, die Situation unblutig.
Nun hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken zwei Verdachtsprüfungsverfahren gegen Beamte wegen Körperverletzung im Amt eingeleitet. Insgesamt soll es fünf Fälle der Misshandlung gegeben haben – mit tragischem Ende für den 15-Jährigen.
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