Nächtliches Feuer schneidet Fluchtwege ab:
Letzte Rettung bleibt das Sprungpolster – trotz Lebensgefahr ist Bewohner mehr ums Handy besorgt als um die eigene Gesundheit und rettet dieses zuerst
Ursache für Brand unklar – weitere Bewohnerin wird über Drehleiter gerettet
Datum: Dienstag, 21. Januar 2025, 0:30 Uhr
Ort: Neunkirchen, Landkreis Neunkirchen, Saarland
(sg) In der Nacht zu Sonntag wurde die Feuerwehr Neunkirchen zu einem Brand in einem Treppenhaus im Ortsteil Wiebelskirchen alarmiert. Zwei Bewohner des Hauses waren durch Flammen und dichten Rauch in ihren Wohnungen eingeschlossen. Ein Mann im Obergeschoss machte sich beim Eintreffen der Einsatzkräfte am Fenster bemerkbar und versuchte in seiner Verzweiflung, sich aus dem Fenster zu hangeln.
Die Feuerwehr reagierte umgehend und stellte einen Sprungretter unterhalb des Fensters auf. Doch bevor der Mann den rettenden Sprung wagte, setzte er eine unerwartete Priorität: Er warf zunächst sein hochwertiges Smartphone auf das Luftkissen, um es in Sicherheit zu bringen. Erst danach sprang er selbst. Die Rettungskräfte staunten über diese ungewöhnliche Entscheidung. Feuerwehrsprecher Christoph Benkert kommentierte mit einem Augenzwinkern: „Der Sprungretter ist für Höhen bis 16 Meter ausgelegt – für Handys gibt es dazu jedoch keine Herstellerangaben.“
Auch eine Frau aus der Etage darunter musste gerettet werden. Sie wurde mithilfe einer Drehleiter aus dem Gebäude befreit. Beide Hausbewohner erlitten eine Rauchgasvergiftung und wurden zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.
Das Feuer konnte von den Einsatzkräften rasch unter Kontrolle gebracht werden. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Während der Löscharbeiten war die Kuchenbergstraße bis etwa 03:00 Uhr voll gesperrt.
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