Touristen stehlen Katze bei Norderney-Urlaub:
NRW-Urlauber nehmen als Urlaubsmitbringsel vermeintlichen Streuner mit – Beim heimischen Tierarzt stellt sich heraus, dass es sich um Rassekatze Aramis handelt, die bereits sehnsüchtig vermisst wird - Doch statt das Tier zurückzugeben, verweigern sie die Herausgabe und stellen Bedingungen
Besitzerfamilie hofft sehnsüchtig auf die Rückkehr der Katze - Tier seit über vier Wochen nicht mehr daheim und war schon einmal entführt worden - Kleiner Lichtblick am Horizont
Datum: Samstag, 18. Januar 2025
Ort: Norderney, Landkreis Aurich, Niedersachsen
(ch) Für Familie Majert war es vermutlich eines der traurigsten Silvester seit vielen Jahren. Denn ein wertvolles Familienmitglied fehlte: Kater Aramis war seit Weihnachten verschwunden und die Familie musste mittlerweile vom Schlimmsten ausgehen. Was sie zu der Zeit nicht wussten: das Tier war wohlauf, allerdings knapp 300 Kilometer weiter südlich.
Eine Familie aus NRW war wohl zwischen den Feiertagen auf der ostfriesischen Insel als Touristen zu Gast und hatte den Kater entdeckt. Das zutrauliche Tier war im Freien unterwegs und die Urlauber hielten es wohl für einen Streuner. Denn ehe sich der neunjährige Kater versah, befand er sich in den Fängen der Familie und saß schließlich zunächst auf einer Fähre und dann im Auto in Richtung Krefeld.
Dort wurde der vermeintliche Streuner bei einem Tierarzt vorgestellt, der allerdings erkannte, dass es sich um eine eigentlich gut gepflegte Rassekatze handelte, die gechippt war. Über den Verein Tasso konnte dann aufgeklärt werden, dass Aramis sehnsüchtig auf Norderney vermisst wird. Gunnar Majert erhielt die Kontaktdaten der Familie und nun könnte die Geschichte eigentlich enden.
Tut sie aber nicht. Denn anstelle das Missverständnis aufzuklären und das „Urlaubssouvenir“ zurückzugeben, weigern sich die Touristen. Schließlich hätten die Besitzer den Kater rumstreunen lassen. Einer vermeintlichen Anzeige würde man entspannt entgegenschauen. Nachdem die Diebe merkten, dass Familie Majert nicht lockerlassen würde, schlugen sie vor, die 1.200 Euro wertvolle Katze abkaufen zu wollen, denn die Tochter der Familie habe sich schon so sehr an sie gewöhnt. „Aramis ist ein Familienmitglied seit fast zehn Jahren. Es ist keine Option, dass wir unsere Katze verkaufen oder an eine andere Familie geben. Er kennt nichts anderes als die Insel, der gehört hier hin und gehört zu uns“, macht Catharina Majert klar. Und so entwickelte sich ein wildes Tauziehen über WhatsApp über die Herausgabe der Katze. Und auch die Behörden sind mittlerweile im Spiel. „Die Polizei sagt, dies sei ein klarer Diebstahl“, sagt Gunnar Majert. Es ist übrigens nicht die erste Entführung für Aramis. Bereits vor knapp drei Jahren hatte er das gleiche Schicksal erlebt. Drei Monate war er damals verschwunden und konnte nur dank eines GPS-Trackers wiedergefunden werden. Anders als heute war er damals jedoch auf der Insel verblieben.
Nun scheint es einen kleinen Hoffnungsschimmer zu geben. Denn am Sonntag soll nun eine Übergabe auf dem Festland bei Leer erfolgen. Catharina und Gunnar Majert hoffen, dass dann dieser Schrecken ein Ende hat und ihr geliebtes Familienmitglied auf die Insel zurückkehrt.
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