DOMEYER - SAFTEY FIRST
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Montag, 07. November 2022, 18:00 Uhr
Wuppertal, Nordrhein-Westfalen
News-Nr.: 40700

Es geht um Menschenleben! - Wenn die Feuerwehr nicht zum Einsatzort kommt:
Wuppertaler Feuerwehr und Ordnungsamt proben die Durchfahrt in Wohngebieten - Immer wieder gab es Probleme und Verzögerungen bei vergangenen Einsätzen durch Falschparken - Drehleiter kommt kaum von Kreuzung zu Kreuzung - Ordnungsamt klingelt Halter der Fahrzeuge raus um diese zu sensibilisieren - Mehrere Verwarngelder werden verhängt

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Datum: Montag, 07. November 2022, 18:00 Uhr

Ort: Wuppertal, Nordrhein-Westfalen

 

(lg) Stellen Sie sich einmal vor bei Ihnen im Haus brennt es, der Fluchtweg ist vielleicht durch eine starke Rauchentwicklung bereits abgeschnitten und sie warten am Fenster darauf, dass die Feuerwehr endlich anrückt und sie rettet. Das Martinhorn ertönt, sie sehen Blaulicht aufblitzen, doch an der Einmüdung zu ihrer Straße ist plötzlich Ende. Die Feuerwehr kommt mit der rettenden Drehleiter nicht mehr weiter, weil Anwohner ihre Fahrzeuge im Kreuzungsbereich abgestellt haben und nicht die vorgeschriebenen fünf Meter beachtet haben. Im Zweifel wird es die Feuerwehr nicht mehr schaffen Sie rechtzeitig aus ihrer Wohnung zu retten. In Wuppertal hat die Feuerwehr immer wieder Probleme mit der Anfahrt zu Wohnhäusern, zuletzt bei einem Vollbrand eines Wohnhauses Ende September. Zwei Erwachsene stehen mit ihren beiden Kleinkindern am Fenster, Rauch dringt aus allen Öffnungen des Gebäudes. Doch wegen eines Falschparkers kommt die rettende Drehleiter nur langsam voran. In letzter Sekunde wird die Familie gerettet. Das hätte aber auch durchaus anders ausgehen können, weiß Manuel Packhäuser von der Wuppertaler Feuerwehr. "Bei solch kritischen Wohnungsbränden geht es um Sekunden. Das kostet im Zweifel Menschenleben wenn wir da nicht schnell durchkommen" Genau aus diesem Grund will die Wuppertaler Feuerwehr, gemeinsam mit dem Ordnungsamt, die Anwohner sensibilisieren und auf die Gefahren hinweisen. Zu diesem Zweck lud die Feuerwehr Wuppertal am vergangenen Donnerstag Medienvertreter ein, eine so genannte Durchfahrtsprobe zu begleiten. Mit einer Drehleiter, die immerhin mehr als 10 Meter lang und damit eines der größten Fahrzeuge der Feuerwehr ist, sollte getestet werden wo die EInsatzkräfte durchkommen und wo nicht. Mit dabei: Das Ordnungsamt der Stadt Wuppertal. Nicht nur um Knöllchen zu schreiben, sondern um die Halter der möglichen Falschparker abzufragen und gegebenfalls rauszuklingeln. "Wir wollen nicht nur einfach Knöllchen schreiben, sondern die Bürger sensibilisieren", sagt Markus Knoche vom Wuppertaler Ordnungsamt.

Am späten Nachmittag, dann wenn die meisten Anwohner wieder von Arbeit gekommen sind, geht es los. Weit brauchen die Einsatzkräfte nicht fahren. Beim einbiegen in das erste Wohngebiet stockt es bereits. Nur mit einem Einweiser kann der Maschinist, also der Fahrer der Drehleiter, in die Wohnstraße einfahren. Markus Koche misst den Abstand, nur 2 Meter 60, fünf Meter müssten es eigentlich sein. 25€ kostet dieser Verstoß den Halter des Fahrzeuges, im Zweifel kostet es sogar Menschenleben wie Manuel Packhäuser ergänzt. Die Straße ist auf beiden Seiten zugeparkt, nur langsam arbietet sich die Drehleiter voran. Der Blick der Besatzung geht aus dem Fenster, passt die Breite? Ja sie passt - aber auch nur gerade so. An der nächsten Kreuzung ist wieder Ende. Ein Motorrad verhindert diesmal die Einfahrt in die Straße. Das Ordnungsamt macht kurzen Prozess und klingelt den jungen Halter raus. Gemeinsam mit der Feuerwehr verwarnt das Ordnungsamt den Motorradfahrer, der augenscheinlich sehr einsichtig ist und auch sofort umparkt. Ortswechsel. MMittlerweile sind die Einsatzkräfte in der Wuppertaler Nordstadt angekommen, dort wo Ende September beinahe die Katastrophe geschehen wäre. Und auch heute kommt die Drehleiter wieder nicht in die Straße. Manuel Packhäuser erklärt: "Im Einsatzfall geht es um Menschenleben und da nehmen wir dann auch Sachschaden in Kauf, nur unser Einsatzgerät sollte dabei heile bleiben." Was so viel heißt wie: Ist der Weg blockiert, legt die feuerwehr im äußersten Notfall ein Auto auch auf die Seite oder rammt sich mit den Einsatzfahrzeugen den Weg frei. Auch hier klingelt das Ordnungsamt die Halter der betreffenden Fahrzeuge wieder raus - verteilt aber auch Knöllchen. 

Letzte Station, eine Straße unweit der Hauptfeuerwache in Elberfeld. "Das ist für uns eine der Hauptrouten wenn es nach Elberfeld-City geht", erklärt Feuerwehrmann Packhäuser. Auch hier, das gleiche Bild wie an den anderen Kreuzungen. Nur schwierig kommt die Drehleiter vorwärts. Packhäuser wirkt leicht enttäuscht von den Bürgern. "Wir leisten eigentlich so viel Aufklärungsarbeit. Wenn jeder mal an seine eigene Nase packt und sich Gedanken dazu macht, wäre die Welt und in unserem Fall auch Wuppertal sicherer."

Dennoch ziehen Feuerwehr und Ordnungsamt eine positive Bilanz der Aktion. "Wir haben einige Leute direkt ansprechen können und die haben es, spätestens jetzt, auch eingesehen und verstanden", bilanziert Markus Knoche. Insgesamt drei Knöllchen und fünf mündliche Verwarnungen musste das Ordnungsamt verteilen. Der Abschlepper, der für den Fall der Fälle in der Nähe schon in Bereitschaft war, kam glücklicherweise nicht zum Einsatz.


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