DOMEYER - SAFTEY FIRST
niedersachsen
Samstag, 10. September 2022, 15 Uhr
Norden, Landkreis Aurich, Niedersachsen
News-Nr.: 40375

Ein großer Schritt im Leben von sechs kleinen Seehunden:
Tierpfleger der Aufzuchtstation in Norddeich entlassen sechs kleine Seehunde wieder in die Nordsee - Aktion wird von zahlreichen Touristen von Ausflugsschiff verfolgt - Station verzeichnet in diesem Jahr traurigen Rekord von über 200 Findelkindern

Größtes Problem für die Muttertiere und ihre Jungen ist der Mensch, der den Tieren viel zu oft zu dicht auf die Pelle rückt - öffentlichkeitswirksame Aktion mit Urlaubern soll für das Problem sensibilisieren - spektakuläre Aufnahmen der Auswilderung, Videoaufnahmen von Aufzuchtstation und weitere Bilder von Tieren am Strand sowie ausführlicher O-Ton mit Tierpfleger

Bildergalerie vorhanden

Datum: Samstag, 10. September 2022, 15 Uhr

Ort: Norden, Landkreis Aurich, Niedersachsen

 

(sg) Für Lasse, Claas, Michelle, Knuffi, Ruby und Flocki ist heute der große Tag: Die sechs kleinen Seehunde sind sogenannte Heuler, die von ihren Muttertieren getrennt entlang der Nordseeküste aufgefunden und dann etwa zweieinhalb Monate in einer der beiden deutschen Aufzuchtstationen im niedersächsischen Norddeich aufgepäppelt wurden. Heute ist es dann so weit - es geht in die Freiheit. Ab sofort sind die sechs kleinen Seehunde auf sich allein gestellt und müssen in der Wildnis überleben.

Leider sind die sechs von ihren Muttertieren getrennten Babyseehunde nicht die einzigen, die menschlicher Hilfe bedürfen: In diesem Jahr musste die Seehundaufzuchtstation in Norddeich einen neuen Rekord verzeichnen. Nachdem in den Coronajahren aufgrund des fehlenden Tourismus die Zahl der aufgefundenen von ihren Müttern getrennten Tiere stark zurückging, wurden dieses Jahr erstmals über 200 Tiere in der Station angeliefert. Sonst waren es im Jahresdurchschnitt nie über 150.

Oftmals sind es leider die Menschen, die für die Trennung von Mutter und Kind verantwortlich sind, berichten die Pfleger der Aufzuchtstation. Gerade durch den massenhaften Tourismus blieben von den Müttern kurzzeitig am Strand oder in den schützenden Dünen abgelegte Jungtiere kaum lange unbemerkt. Da die Tiere nun einmal durch ihren babyhaften Antlitz einen ungewollten Niedlichkeitseffekt auf die Menschen ausübten, nährten sich diese oft den Tieren viel zu sehr. Die Folge: Die Muttertiere werden verschreckt und kommen nicht mehr zurück. So kommt es dann, dass Claas, Michelle und ihre Leidensgenossen als Weisen mit einem Gewicht von meist unter 10 kg in der Aufzuchtstation angeliefert werden. Hier werden sie dann mit Unmengen Fischbrei und später auch ganzen Fischen aufgepäppelt und später nach rund 80 Tagen mit einem Gewicht zwischen 23 und 25 Kilogramm wieder in die Freiheit entlassen.

In der Regel passieren diese Auswilderungen jenseits aller Öffentlichkeit und im Verborgenen, um den Tieren nicht zusätzlich Stress zuzumuten. Doch um die vielen Urlauber für das Thema zu sensibilisieren, werden die Tierpfleger der Norddeicher Station diesmal von dem Ausflugsschiff „Frisia IX“ zu den Seehundbänken begleitet. Das Schiff ist hier zwar regelmäßig, aber dann können die Touristen lediglich die Seehunde auf den Sandbänken aus der Ferne bestaunen. Eine Auswilderung von kleinen Heulern haben die Fahrgäste hingegen wohl noch nicht zu Gesicht bekommen.

Nachdem die sechs Transportkörbe sicher an Land gebracht wurden, ist es dann so weit: Die Deckel lüften sich und Lasse, Claas, Michelle, Knuffi, Ruby und Flocki robben in die Freiheit. Nach wenigen Metern erreichen sie die Nordsee, doch es scheint, als könnte der ein oder andere von Ihnen ihr Glück noch gar nicht so richtig fassen. Ängstlich und etwas verwundert schaut einer der Kleinen an den Strand zurück in Richtung der Pfleger, die ihn in den letzten Wochen so aufopferungsvoll versorgt haben. Ab jetzt sind die sechs auf sich allein gestellt.

Bleibt zu hoffen, dass es ihren Kindern mal besser gehen wird und bis dahin dank solcher Aktionen die Touristen gelernt haben werden, mit den Wildtieren umzugehen und den nötigen Abstand einzuhalten, um den Tieren ihren Freiraum zu lassen. Bis dahin werden die Pflegerinnen und Pfleger der Aufzuchtstation in Norddeich wohl leider noch jedes Jahr eine Menge zu tun bekommen.

 


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