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Mittwoch, 21. Juli 2021
A1 im Landkreis Oldenburg und Vechta, Niedersachsen
News-Nr.: 37067

Polizei kämpft gegen Stauende-Unfallserie:
Nach tödlicher Unfallserie am Stauende hinter A1-Baustelle setzt Autobahnpolizei täglich speziellen Zivilwagen zur Videobeobachtung der LKW-Fahrerkabinen ein - Trauriger Rekord: 10 Verstöße bei 10 Kontrollen

"Jeder geahndeter Verstoß ist ein potentielles Unfallopfer weniger" - Reportagige Begleitung einer Schicht des Videowagens auf der A1 mit zwei Teams und GoPros

Bildergalerie vorhanden

Datum: Mittwoch, 21. Juli 2021

Ort: A1 im Landkreis Oldenburg und Vechta, Niedersachsen

 

(fg) Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Auto eines Handwerkers, nur wer genauer hinsieht erkennt, dass es sich hierbei um eine zivile Streife der Polizei im Kampf gegen abgelenkte Lasterfahrer im Straßenverkehr handelt.

Die Autobahnpolizei Ahlhorn setzt den Wagen mehr als je zuvor im täglichen Streifendienst dafür ein, Lasterfahrer aus dem Verkehr der Autobahn A1 zu ziehen, welche eine Gefahr für sich und andere Verkehrsteilnehmer darstellen: Handynutzung, Ablenkung, fahrerfremde Tätigkeiten am Steuer.

Der Grund für die verstärkten Kontrollen ist tragisch: In den letzten Wochen kam es im Autobahnabschnitt der A1 zwischen Bremen und Osnabrück bei Vechta/Bakum immer wieder zu schweren Lkw-Unfällen am Stauende zur dortigen Großbaustelle - mit Toten und Schwerstverletzten. Der Ausbau zur dreispurigen Autobahn sorgt für kilometerlange Rückstaus. Sogenannte Vorwarner, Blinkeinrichtungen, Beschilderungen und Warntafeln weisen auf das Stauende bereits Kilometer zuvor mehrfach hin. Doch ungeachtet dessen kam es erst vor kurzem in nur vier Tagen zu drei folgeschweren Lkw-Unfällen mit Schwerverletzten und Todesopfern.

Albert Seegers und Christiane Beverborg von der Autobahnpolizeiwache Ahlhorn beginnen ihren Dienst auf der A1. In den Köpfen der beiden erfahrenen Polizeikräfte stecken die Bilder der vergangenen Wochen: Schwer zerstörte Lasterwracks, schwerverletzte Menschen, Todesopfer, Feuerwehr und Rettungskräfte, welche an ihre Belastungsgrenzen kommen. Um dem alltäglichen Wahnsinn und der Gefahr an Stauenden nun aktiv entgegenzuwirken, sind die Beamten der Autobahnpolizei Ahlhorn nun verstärkt mit dem als Handwerkerauto getarnten Videofahrzeug unterwegs. Eine Action-Cam auf dem Dachgepäckträger filmt in die Fahrerhäuser der Lkw-Fahrer und überträgt die Bilder per Bluetooth live auf das Tablet der Polizeihauptkommissarin Christiane Beverborg.

Sie und ihr Kollege Albert Seegers beziehen zunächst an einem Parkplatz bei Wildeshausen Stellung und halten Ausschau nach Verkehrssündern in Lastwagen und Kleintransportern. Den Adleraugen der beiden Ordnungshüter entgeht nichts. Schon nach wenigen Minuten entdeckt Seegers einen Trucker mit Handy am Ohr. Der zivile Polizeiwagen startet durch und wird neben das Fahrerhaus des anvisierten Lasterfahrers gesteuert und mittels der auf dem Dach verbauten Kamera die Ordnungswidrigkeit beweissicher dokumentiert. Die Aufnahme ist kaum gespeichert, wird dem telefonierenden Brummifahrer auch schon das im Heck verbaute ,,Follow me – Police – Zeichen“ gegeben. Auf dem nächsten Rastplatz dann die Konfrontation: Dieser Lasterfahrer zeigt sich einsichtig und bereut sein Fehlverhalten. Christiane Beverborg und Albert Seegers versuchen klar zu machen, dass hier Menschenleben hinter kleinen Ordnungswidrigkeiten stecken. 125 Euro und 1 Punkt in Flensburg sind die Konsequenz. Für das, dass hier im Falle einer Ablenkung mit Unfallfolge am Stauende, Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden, wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch die Beamten wollen Präsenz zeigen und damit eine möglichst hohe Quote erreichen, um alle Berufskraftfahrer abzuschrecken. An diesem Tag gehen den Ordnungshütern in 8 Stunden ganze 10 Verkehrssünder ins Netz. Ein neuer Rekord, sagte Albert Seegers, mit stolzer aber zugleich auch verzweifelter Stimme über die Zustände auf der A1. Es ist wohl ein Kampf gegen Windmühlen, welchen sich die Polizeibeamten hier tagtäglich stellen.

Die örtliche Freiwillige Feuerwehr Bakum kennt die Situation der Verkehrsunfälle nur zu gut. Die ehrenamtlichen Retter kamen bei drei Einsätzen in vier Tagen an ihre körperliche Belastungsgrenze. Die örtliche Feuerwehrführung sieht sich bestens vorbereitet auf jegliche Einsatzlage, doch das Einsatzgeschehen geht an die Substanz. Jede Einsatzkraft wird mehrmals die Woche aus ihrem Alltag gerufen um Verletzte oder gar Tote Menschen retten bzw. bergen zu müssen. Für die Feuerwehr ist es ganz klar: Hier wird fahrlässig mit Menschenleben gespielt. Die Lasterfahrer lassen sich vom Handy und mobilen Geräten am Steuer ablenken und übersehen dann das Stauende. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Bakum findet klare Worte für die Situation auf der A1.

Ob es nun ein Kampf gegen Windmühlen ist oder in der alltäglichen Blechlawinenflut auf der Autobahn tatsächlich Früchte trägt, bleibt abzuwarten. Albert Seegers ist sich jedoch sicher: Wenn seine Kollegin und er auch nur einen Unfall mit ihrem Einsatz verhindern können, hat sich jeglicher Aufwand bereits gelohnt.

 


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