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bremen
Mittwoch, 27. Januar 2021
Bremen / Delmenhorst, Niedersachsen
News-Nr.: 35287

Von beiden Seiten ungewolltes Schlupfloch durch unzureichende Formulierung in der Corona-Verordnung des Bundeslandes:
Friseure dürften in Bremen theoretisch Hausbesuche durchführen - Innung rät Mitgliedern dringend davon ab - Bremer Friseure zu aktuellen Verordnung - wenige Kilometer weiter in Delmenhorst kämpft junge Friseurin um ihre Existenz

O-Ton: "Einheitliche Regelungen müssen entstehen, keiner weiß, was man darf und nicht darf - die Leute haben keine Ziele mehr."

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Datum: Mittwoch, 27. Januar 2021

Ort: Bremen / Delmenhorst, Niedersachsen

 

(ah) Dieses Schlupfloch haben wohl weder die Bremer Landesregierung noch die Friseure ib Bremen und Bremerhaven gewollt: Aufgrund einer unzureichenden Formulierung in der Coronaverordnung dürften Friseure im Land Bremen theoretisch Hausbesuche machen, sofern sie sich an geltende Hygienemaßnahmen halten. In der Verodnung, die für den "härteren" Lockdown im vergangenen Dezember entsprechend angepasst wurde, heißt es lediglich, dass die Betriebe geschlossen werden müssen, nicht aber, dass die Dienstleistung selbst untersagt ist.

Somit hätten Friseure seit Dezember bei genauer Auslegung der Verordnung ihren Kunden weiter zu Hause die Haare schneiden dürfen - und dürften es sogar jetzt noch. Klar ist natürlich auch, dass dies dem Geist der Verordnung komplett widerspricht und auch in allen anderen Bundesländern die Salons geschlossen sind. Die Bremer Friseur-Innung rät daher ihren Mitgliedern dringend davon ab, von dieser Gesetzeslücke Gebrauch zu machen, auch wenn einige aus wirschaftlicher Not heraus mit dem Gedanken spielen könnten. Gleichzeitig wird aber die Politik aufgefordert, die Verordnung anzupassen und die Formulierung zu schärfen - oder aber allen Friseurbetrieben bundesweit wieder die Öffnung zu gestatten.

 

Das sie bald wieder öffnen darf - das wünscht sich die Friseurmeisterin und Inhaberin eines Friseursalons Farina Rieck aus Delmenhorst.

 

Die zweifache Mutter steht vor einem existenziellem Problem, obwohl die Regierung große Versprechen gemacht hat, dass dies ncht passiert: Vor zehn Jahren eröffnete sie ihren eigenen Salon, beschäftigt heute acht Friseurinnen. Der Salon läuft prima, sie hat sich in Delmenhorst eine guten Namen gemacht, ihr Kundenstamm wächst.

Der zweite Corona-Lockdown zieht der zweifachen Mutter aber nun den Boden unter den Füssen weg. “Beim ersten Lockdown konnte ich auf meine Ersparnisse zurückgreifen, das war zwar schnell aufgebraucht. Farina Rieck erhielt Soforthilfen, die damals auch zügig kamen. Nun beim zweiten Lockdown ist nichts mehr da, worauf sie zurückgreifen kann. "Wir sind jetzt wieder auf Hilfen angewiesen, die leider jetzt nicht ankommen“. Nach zehn Jahren wäre sie eigentlich mit dem Abbezahlen ihres Kredits fertig, doch nach dem ersten Lockdown hat die Friseurmeisterin einen neuen Kredit aufgenommen, um sich und ihre Mitarbeiter vor einem erneuten Lockdown zu schützen. Diesen muss sie jetzt weitere zehn Jahre abbezahlen - durch harte Arbeit, Fleiß und Organisation. „Ich bin schon sehr enttäuscht und frustriert, dass ich schon so lange gekämpft habe und mir mein Standbein aufgebaut habe und mir einen Namen gemacht habe mit meinem Friseursalon in Delmenhorst und jetzt ist alles für die Katz." Farina ist von der Regierung enttäuscht: "Ich habe zehn Jahre Steuern bezahlt und das nicht wenig. Ich habe es mal hochgerechnet - es ist ein Betrag im Sechsstelligen Bereich und man bekommt nichts davon wieder, jetzt wo man Hilfe braucht.“ Problem: Durch ihre ehrliche, gute Arbeit lag Farina knapp über dem zum Vergleich heranzuziehenden Umsatz, um Hilfen zu beanspruchen. Nun ist es für Hilfen zu viel, aber zum Überleben zu wenig. "Ich habe einfach zu viel gearbeitet..."

Bis Ostern kann die Friseurmeisterin den Salon und die Mitarbeiter finanziell stemmen. Sollte der Lockdown in eine weitere Verlängerung gehen, ist Ihre zehnjährige Arbeit wohl am Ende.

"Friseure sind Einzelunternehmer, die sich keinen Lohn auszahlen, sie leben vom Gewinn und den haben sie leider im Moment ja nicht" so auch Mechtild Morris, Obermeisterin der Friseurinnung Delmenhorst/Oldenburg Land und bringt damit die Probleme der Friseure auf den Punkt.

 


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