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Freitag, 20. November 2020
Halle, Sachsen-Anhalt
News-Nr.: 34622

Hier sind nicht aller guten Dinge drei:
Gefährlicher Patient flieht gleich dreimal hintereinander aus geschlossener Psychiatrie - Fachkrankenhaus offenbar nicht ausreichend gesichert für Unterbringung von Straftätern - zuständiger Chefarzt bedauert die anscheinend falsch eingeschätzte Situation

29-jähriger war vergangene Woche mit Messer und Bratpfanne durch die Innenstadt gelaufen und hatte bei seiner Festnahem einen Polizisten verletzt - gleich am letzten Wochenende war er zweimal aus der geschlossenen Station entkommen - Dienstag gelang ihm erneut die Flucht, erst dann wurde er an einen sichereren Ort verlegt

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Datum: Freitag, 20. November 2020

Ort: Halle, Sachsen-Anhalt

 

(sg) Es ist unglaublich, was da in der letzten Woche in Halle-Neustadt passierte: Gleich dreimal innerhalb weniger Tage gelang es einem gefährlichen Patienten, aus einer geschlossenen Station der psychiatrischen Klinik in Saalestadt zu entkommen. Grund für die Einweisung des 29-Jährigen nigerianischer Abstammung war der bedrohliche Auftritt mit einem Messer und einer Bratpfanne in der Innenstadt am Donnerstag letzter Woche. Bei der Festnahme durch die Polizei verletzte der Mann einen Beamten. Er wurde aufgrund seines Zustandes in die Psychiatrie in Halle-Neustadt eingewiesen.

Doch bereits keine 24 Stunden später gelang ihm die Flucht. Und das gleich zweimal innerhalb des letzten Wochenendes. Die Folge war jedes Mal ein Großeinsatz der Polizei, sogar SEK-Kräfte waren an der Fahndung und anschließenden Festnahme des Mannes in seiner Wohnung in einer Plattenbausiedlung im Süden Halles beteiligt. Doch offenbar war das nicht genug, denn anscheinend zog die Klinik keinerlei Konsequenzen aus den beiden Vorfällen. Bereits am Dienstag war der Mann schon wieder entkommen. Auch diesmal suchten weit über 100 Beamte und Hubschrauber nach dem Flüchtigen. Zum Glück konnte die Polizei die Flucht nach etwas über einer Stunde beenden. Erst jetzt verlegte man den als gefährlich eingestuften Patienten in eine Klinik mit etwas mehr Sicherheitsbewusstsein.

Wie konnte es dazu kommen? Dazu hat sich nun die Leitung des AWO Psychiatriezentrums Halle geäußert. Das Krankenhaus sei keine Spezialeinrichtung für psychisch kranke Straftäter und deshalb auch nicht wie ein Gefängnis gesichert und gebaut, heißt es in der Erklärung der Einrichtung. Chefarzt Dr. Frank Pillmann betont im O-Ton: „Wir sind ein psychiatrisches Fachkrankenhaus und verfügen über eine geschützte Station für Patienten, die ggf. nach dem Gesetz für psychisch Kranke gegen ihren Willen ins Krankenhaus eingewiesen sind, um dort medizinisch behandelt zu werden. Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung werden hier mit richterlicher Genehmigung auch weitergehende Freiheitseinschränkungen bis hin zur Fixierung vorgenommen. Das Gesetz setzt den Ärztinnen und Ärzten aber bei der Anordnung solcher Maßnahmen sehr enge Grenzen und verlangt zu Recht, dass bei Besserung des Zustandes Zwangsmaßnahmen möglichst rasch wieder gelockert werden."

Bei der Abwägung zwischen Sicherungsmaßnahmen und der therapeutischen Aufgabe des Krankenhauses könne es im Einzelfall dazu kommen, dass Patienten Lockerungen ausnutzen, um sich der Behandlung zu entziehen. Auch hier sei diese Abwägung getroffen worden, so Pillmann: „Wir bedauern sehr, dass es dem Betroffenen dabei möglich wurde, sich durch die Überwindung von Barrieren der Behandlung zu entziehen. Selbstverständlich prüfen wir anhand dieser Erfahrungen kritisch, wie sich solche Vorfälle noch besser vermeiden lassen", so der Chefarzt. Warum dies erst bei der dritten Flucht passierte, ließ der Mediziner allerdings offen.

 


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