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Samstag, 12. September 2020
Minsener Oog, Nordsee, LK Friesland, Niedersachsen
News-Nr.: 34063

"Dieses Plastik landet irgendwann auf unserem Teller"
70 Wattsegler lassen sich auf Vogelschutzparadies Minsener Oog trocken fallen und sammel binnen 5 Stunden 8 Tonnen Plastikmüll zusammen

Vor allem Netzreste der Fischerei sind ein Problem: Material wird zum Nestbau verwendet und zersetzt sich zu Microplastik - Schutznetze sind extra vorgesehen, um zu verschleißen - 20.000 Tonnen Plastik werden jedes Jahr in Nordsee eintragen - 600.000 Kubikmeter Plastik liegen bereits am Meeresboden

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Datum: Samstag, 12. September 2020

Ort: Minsener Oog, Nordsee, LK Friesland, Niedersachsen

 

(gs) Kunststoffnetze, Touristenmüll, Schiffahrtsabfälle: Jedes Jahr landen leider 20.000 Tonnen Müll alleine in der Nordsee, 600.000 Kubikmeter liegen bereits am Meeresboden, der Rest schwimmt im Wasser und landet an den Stränden - besonders dramatisch in der Nordsee mit ihrem empfindlichen Ökosystem Wattenmeer. Insbesondere Schutznetze und deren Abriebteile der Hochseefischer sind ein Problem. Der Müll, der nur langsam zerfällt, stellt eine enorme Gefahr für die Tierwelt dar, da zum einen sich Tiere darin verfangen können und so verenden aber auch, weil der überwiegend aus Kunststoff bestehende Müll über die Nahrungskette aufgenommen wird. "Plastikteile fefährden die Vögel, die hier brüten, Jungvögel verheddern sich da drin, strangulieren sich und sterben, dann sterben, " weiß Gerd Scheffler, der Initiator der Aktion., "Wenn wir nicht sammeln, geraten die Teile in kleinerer Form wieder ins Wasser und irgendwann über die Nahrungskette wieder beim Menschen."

Um diesen „Müllberg“ in der Nordsee ein wenig kleiner zu machen und ein Zeichen für den Umweltschutz im Wattenmeer zu setzten, veranstaltet der Segelverein Soltwater e.V. jedes Jahr eine große Müllsammelaktion auf der eigentlich für Menschen gesperrten Vogelschutzinsel Minsener Oog. Dabei kamen in diesem Jahr in nur vier Stunden an den Stränden der Insel 12 volle Big Bags mit etwa acht Tonnen Müll zusammen. Sammler Klaus Hartleff zeigte sich verärghert vor allem über das Netz-Problem, deren Kleinteile aus Plastik ganz bewusst als Abrieb im Meer landen: "Warum lassen die sich nicht durch Naturprodukte ersetzen", fragt sich der Segler, "das versteht man nicht, das müsste möglich sein". Auch Christiane Grunow sieht ein primäres Probleme bei den Restenbder Fischerei: "Wenn es die Netze nicht gäbe, wäre der Sack fast leer". Florian Carius von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer mahnt zudem zu weiterer Rücksicht: "Wir finden auch Reste von Luftballons, das sind Sachen, auf die man verzichten sollte", so der Biologe, "die lösen sich nicht in Luft auf, sondern landen hier im Meer."

Bereits am frühen Samstagorgen waren über 20 Boote zur Insel aufgebrochen, an der Insel angekommen ließen sich die Segler bei ablaufendem Wasser auf Grund fallen und konnten bei Ablaufendem Wasser dann zu Fuß zur Insel laufen. Dann hieß es nach einer kurzen Einweisung, sammeln was in die Tragetaschen passt. Und die wurden schon nach wenigen Metern gut gefüllt. Neben zahlreichen Netzteilen fanden sich viele andere Teile, angespülte an den Stränden und in den Dünen der Insel. Initiator Gerd Scheffler zeigt sich mahnend: "Es muss ein Umdenken stattfinden, wir müssen uns von Plastik verabschieden", so der Wattsegler, "wir müssen den täglichen Plastikmüll verringern."

Bis zum Nachmittag wurde gesammelt was das Zeug hält und mit auflaufenden Wasser ging es dann wieder zurück zu den Booten und gen Heimat. 


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