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Nach mehreren tödlichen Badeunfällen:
DLRG und Feuerwehr warnen eindringlich vor den Gefahren des Rheins und generell von offenem Gewässer – Helfer bereits zum siebten Mal binnen eines Monats gefordert – Rettungskräfte nach tödlichem Unglück, bei dem am Samstag Mutter und ihr fünfjähriger Sohn ertranken, selbst unter Schock – Viele Menschen unterschätzen Strömung: „Die Regel für den Rhein ist – nicht darin schwimmen gehen!“

Aufgrund strenger Corona-Regelungen in Freibädern weichen die Menschen zu den offenen Gewässern aus - Bereits wer knietief im Wasser steht, kann plötzlich weggetrieben werden - Kräfte benötigten nach nervenaufreibendem Einsatz selbst psychologische Hilfe – Profis geben wichtige Tipps, wie man sich als Ersthelfer verhält, aber auch als Betroffener, der weggetrieben wird – DLRG-Schwimmer erzählt, wie er das Unglück erlebt hat – DLRG hat uns tagesaktuell anhand einer Übung gezeigt, wie schnell Personen abgetrieben werden (inklusive Luftbilder)

Bildergalerie vorhanden

Datum: Montag, 29. Juni 2020

Ort: Trebur, Hessen / Nackenheim, Landkreis Mainz-Bingen, Rheinland-Pfalz

 

(ch) Der Schock bei den Helfern sitzt auch ein Tag nach dem schrecklichen Unglück noch tief. Am Samstagabend war eine Mutter mit ihren zwei Kindern, 5 und 13 Jahre alt, am Rhein bei Trebur schwimmen. Als der Junge im Wasser unterging, rannte die Mutter hinterher. Ersthelfer hielten sie noch fest, doch sie konnte sich losreißen und sprang in den Rhein – und tauchte nicht mehr auf. Lediglich ihre Tochter blieb physisch unbeschadet. 100 Einsatzkräfte aus Hessen und Rheinland-Pfalz, das genau auf der anderen Rheinseite beginnt, waren im Einsatz, um doch noch irgendwie das Leben der Opfer zu retten.

„Allein im Juni war das jetzt das siebte Mal im Rhein ein Einsatz“, berichtet Kreisinspektor Friedrich Schmidt. Eine solch große Häufung ist selten. Aufgrund des gestrigen Meldebildes rückten über 100 Kräfte auf den Fluss auf, um die Betroffenen zu finden. „Sowas ist kein alltäglicher Einsatz, gerade für die Taucher und Strömungsretter. Wenn man abrupt mit einem leblosen Körper unter Wasser konfrontiert wird, ist das ein Schockerlebnis.“ Auch aus dem Grund wurden frühzeitig Seelsorger der Psychosozialen Notfallversorgung in großer Zahl zur Unterstützung gerufen, die sich um die Ersthelfer, Angehörigen, aber eben auch Rettungskräfte kümmerten. „Es gehen einem 1.000 Sachen durch den Kopf. So abgebrüht kannst du nicht sein, als dass dich das nicht beschäftigen würde“, erzählt Eric Gerhard, der vor der Kamera nicht erkannt werden möchte. Gemeinsam mit seinen Kameraden der DLRG Nackenheim war er als einer der ersten vor Ort und half bei der Suche mit. „Es kann immer wieder sein, dass so ein kleiner Mann in die Bredouille kommt. Und dann gibst du nicht 100 Prozent, sondern willst 150 Prozent geben.“ Schon am Unglücksort sprachen die Kräfte miteinander, was sie später in der Station fortsetzen. Ziel war es, dadurch den Kopf freier zu bekommen, wenn es zurück nach Hause zu möglicherweise den eigenen Kindern ging.

Gerade jetzt zur Corona-Zeit nimmt die Zahl der Unglücke zu. Möglicherweise, weil viele Freibäder nur unter strengen Vorschriften geöffnet haben, weichen mehr Besucher auf die offenen Gewässer aus. Doch dabei unterschätzen sie die Gefahr, die von dem Wasser ausgeht. „Die Regel für den Rhein ist: Nicht schwimmen im Rhein“, macht daher Schmidt deutlich. Malte Senska von der DLRG macht drei Punkte aus, wieso es immer wieder zu solch kritischen Situationen kommen kann: „Zum einen die Selbstüberschätzung von jungen Personen. Sie sind der Meinung, sie können durch den Rhein schwimmen, was nicht funktioniert. Zum anderen haben wir den Kälteschock. Mit dem aufgeheizten Körper steigen sie in das kalte Wasser und der Kreislauf kollabiert.“ Als dritte Ursache macht er die Strömung aus, die auch vorhanden ist, wenn es eigentlich gar nicht danach aussieht.

Darum die klare Ansage von Feuerwehr und DLRG: Wer ins Wasser gehen will, dann nur knöcheltief. Bereits wer knietief drinsteht, kann durch die Strömung plötzlich weggerissen werden. Wenn das passiert, gibt es zwei wichtige Tipps. Für Ersthelfer gilt. „Auf keinen Fall in den Rhein gehen und selbst versuchen, die Person rauszuholen. Auch dem ausgebildeten Rettungsschwimmer ist es nicht möglich, alleine die Person wieder an Land zu bringen“, so Senska. Stattdessen sollte man versuchen, andere Angehörige davon abzuhalten, ebenfalls ins Wasser zu springen und den Notruf wählen. Dabei ist es wichtig, die Örtlichkeit genau zu besprechen und am besten die Kilometerangabe des Rheins nennen. Ist man selbst das Opfer, gilt es ruhig und besonnen zu bleiben. „Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, an der Stelle, in der Sie in den Rhein gegangen sind, wieder rauszukommen. Lassen sie sich von der Strömung treiben“, führt Senska aus. Ein Schwimmen gegen den Strom sei zwecklos und koste nur Kraft.

Das Leben der jungen Mutter und ihres Sohnes können diese Tipps nicht mehr retten. Aber womöglich das von anderen, die den Badespaß und eine Abkühlung in diesem Sommer suchen und dabei die Gefahr, die in dem Wasser lauert, vielleicht unterschätzt hätten.


Wichtiger Hinweis: Die Anforderung von Video- und Bildmaterial ist Redaktionen von Fernsehanstalten und Printmedien vorbehalten. Auf Anfrage können am jeweiligen Geschehen beteiligte Einsatzkräfte, die bei uns registriert sind, TV-Material zu internen, nichtöffentlichen Zwecken anfordern. Die Entscheidung über diese außerredaktionelle Bereitstellung obliegt der Berücksichtigung des Schutzes von Persönlichkeitsrechten der Betroffenen im jeweiligen Fall. Wir bitten um Verständnis.
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