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Mit Blaulicht und Schutzmaske zum Patienten:
Corona-Sorge bei jedem Rettungsdienst-Einsatz im Kopf präsent – Ursprünglich negativ getesteter Patient entwickelt plötzlich völlig untypische Symptome und wird in spezielle Corona-Notaufnahme gebracht - Rettungsdienst in diesen Tagen mehr denn je gefordert und im Dauerstress: „Wir kommen an die Grenzen.“

Egal ob Atemnot, Schlaganfall oder Unfall – Schutzmaßnahmen wegen Corona werden hochgefahren - Wir haben Notfallsanitäterin Nicole Wucherer und Rettungssanitäter Sascha Wolf eine RTW-Schicht lang bei ihren Einsätzen begleitet – Insgesamt fünf Einsätze, bei denen deutlich wird, vor welche Herausforderungen die aktuelle Krise das Gesundheitssystem stellt

Bildergalerie vorhanden

Datum: Mittwoch, 25. März 2020

Ort: Filderstadt, Landkreis Esslingen, Baden-Württemberg

 

(ch/gs) Samstagmorgen auf der Rettungswache Filderstadt bei Stuttgart. Heute im Einsatz auf dem Rettungswagen 3-1: Notfallsanitäterin Nicole Wucherer, 44 Jahre alt, Mutter von vier Kindern und seit 26 Jahren dabei. Ihr Kollege und Fahrer an diesem Tag: Rettungssanitäter Sascha Wolf, 39 Jahre alt und Vater von zwei Kindern, der ebenfalls seit 20 Jahren nebenberuflich im Rettungsdienst aktiv ist. Der Morgen beginnt für beide routinemäßig mit dem Fahrzeugcheck. Sind alle Medikamente dabei, funktioniert die Technik, ist noch ausreichend Sauerstoff an Bord? Eigentlich täglicher Standard, doch die Zeiten sind nicht normal. Mit 462 Coronainfizierten (Stand 24.03.2020, 18 Uhr) ist Esslingen der Hotspot in Baden-Württemberg. Kein Landkreis und keine Stadt zählt mehr Erkrankte in dem Bundesland.

Der erste Alarm führt das Team am Samstagmorgen um kurz nach 8 Uhr in eine Siedlung nur unweit der Rettungswache. Angehörige meldeten eine Frau mit Anzeichen eines Schlaganfalls. Die Einsatzkräfte fanden vor Ort, eine ältere Dame in ihrer Wohnung vor. Sie hatte eine verwaschene Sprache und weitere Anzeichen eines Schlaganfalls. Auf mögliche Corona Anzeichen, wie Husten oder Fieber wurde sie ebenfalls überprüft. Nicole Wucherer trug extra eine Schutzmaske, aber nicht hauptsächlich für sich, sondern für die ältere Dame, da diese eine Chemo-Patientin ist und somit besonders anfällig.

Kaum ist dieser Einsatz beendet, geht es schon weiter zum nächsten Alarm in das über 17 Kilometer entfernte Grossbettlingen. Nach längerer Anfahrt erreichen die beiden ihr Ziel: ein Arbeiter war beim Absetzen eines Containers zwischen diesem und einem Lkw eingeklemmt und schwer verletzt worden. Mit starken Schmerzen liegt er am Boden. Auch wenn für so eine Lage untypisch, erkundigt sich Wucherer auch danach, ob er Fieber oder andere Corona-Symptome hat oder auch einer Risikoregion kürzlich zurückgekehrt sei. Denn auch wenn der Unfall der Grund ihrer Alarmierung war, muss sie sich und den Patienten auch vor weiteren Gefahren schützen. Mit dem Verdacht auf eine Beckenfraktor wird der Mann in die BG Unfallklinik nach Tübingen transportiert.

Kurz nach Mittag rückt der RTW dann in ein Altenheim aus. Schilder weisen dort auf die Corona-Gefahr hin. Das Team muss klingeln, da die Tür verschlossen ist. Glücklicherweise stellt sich der Notruf kurz darauf als Fehlalarm heraus, sodass sie die Patientin nicht mitnehmen müssen. „Wir haben im Vorfeld abgeklärt, ob es hier Corona-Gefährdungen gibt.. Das war in dem Haus zum Glück noch gar nicht“, berichtet Wucherer. Ein Blick auf die Fassade lässt sie schmunzeln. Pfleger haben dort ein großes Plakat aufgehangen und wenden sich damit an Angehörige: „Wir bleiben für euch da. Bleibt bitte für uns daheim!“

Wie schnell die Corona-Sorge dann doch Realität werden kann, zeigt der vierte Einsatz am heutigen Tag. Es geht zu einer zu einem Mann in Neckartenzlingen. Seit zwei Wochen leidet dieser an einem grippalen Infekt. Ein Corona-Abstrich vor einer Woche war negativ. Seitdem liegt er daheim, doch am Morgen hat sich plötzlich eine akute Atemnot entwickelt – ein Symptom des Coronavirus. Wie schon bei allen anderen Einsätzen auch, tragen die Sanitäter auch hier Mundschutz. Sie bringen den Patienten zu einer speziellen Corona-Notaufnahme nach Nürtingen. Während Sascha Wolf sich auf die Suche nach Pflegekräften begibt, wird die Situation bei Nicole Wucherer im RTW kurzzeitig hektisch: „Es war etwas auffällig, dass er eine Hyperventilation innerhalb kürzester Zeit entwickelt hat, obwohl keine Panik da war. Das kenne ich so nicht.“ Das Wichtigste sei, dass man dennoch ruhig bleibe und alle Schutzmaßnahmen einhalte, die möglich sind, erklärt Wolf: „Mehr kann ich nicht machen.“

Für beide ist es ein anstrengender Tag, der mit einer glücklicherweise nur kleinen Klopfplatzwunde bei einem Kind endet. „Man kommt an seine Grenzen, weil es eine Doppelbelastung ist. Wir wissen nicht, wo das alles für einen selbst hinführt. Die Einsätze sind anders und wesentlich angespannter“, räumt Wucherer später ein, die mittlerweile seit 26 Jahren im Rettungsdienst arbeitet. „Unser Material wird knapp. Wenn ich höre, dass das Desinfektionsmittel und die Masken ausgehen. Da kommt eine Gefahr, bei der wir abgesichert sein wollen und müssen.“ Ähnlich sieht es auch ihr Kollege Wolf, der hauptberuflich anderweitig tätig ist, aber in diesen Tagen vermehrt auf dem Rettungswagen fährt. Denn das Personal war zuvor schon knapp und die Situation ist nun noch angespannter. Beide lieben ihren Job, der mehr eine Berufung für sie ist. Aber sie sagen aktuell auch ganz klar: „Bitte vermeidet jetzt engere Kontakte, bitte haltet Abstand. Das ist das A und O. Wir können uns jetzt nicht mehr weitertreffen, wir reden sonst von vielen Todesfällen.“


Wichtiger Hinweis: Die Anforderung von Video- und Bildmaterial ist Redaktionen von Fernsehanstalten und Printmedien vorbehalten. Auf Anfrage können am jeweiligen Geschehen beteiligte Einsatzkräfte, die bei uns registriert sind, TV-Material zu internen, nichtöffentlichen Zwecken anfordern. Die Entscheidung über diese außerredaktionelle Bereitstellung obliegt der Berücksichtigung des Schutzes von Persönlichkeitsrechten der Betroffenen im jeweiligen Fall. Wir bitten um Verständnis.


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