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Kleingeld Adé - ab sofort keine bronzenen Münzen mehr:
Insulaner auf Wangerooge müssen sich wohl vom Kleingeld verabschieden - Bank will keine 1, 2 und 5 Cent-Münzen mehr auf die Nordseeinsel liefern - Transportkosten für über 10 Tonnen Münzgeld pro Jahr übersteigen laut Bank den Nutzen

Zahlreiche ausführliche O-Töne mit Bankvorstand und betroffenen Geschäftsleuten - Geschäfte solle Preise einfach Auf- oder Abrunden - einige Länder wie die Niederlande machen es schon lange vor, Insulaner aber eher skeptisch - Kartenzahlung weiterhin ohne Rundung möglich

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Datum: Samstag, 9. November 2019

Ort: Nordseeinsel Wangerooge, Niedersachsen

 

(sg) So einfach wie die Volksbank Jever, Hauptbargeldlieferant auf der Nordseeinsel Wangerooge, sehen die Insulaner den aktuellen Vorschlag der Ostfriesischen Bänker nicht.

Wie die Bank, die als einzige noch eine mit Personal besetzte Filiale auf der Insel betreibt, kürzlich mitteilte, werde man künftig keine Münzen mit den Werten 1, 2 und 5 Cent mehr auf die Insel liefern. Begründung: Der Transport der recht schweren Münzen mit dem Flugzeug übersteige bei weitem den Nutzen der kleinen Münzen. Wie Vorstand Martin Schadewald berichtet, würde die Bank einen niedrigen zweistelligen Tonnenbereich an Münzgeld jedes Jahr hin- und hertransportieren. Da es keine tideunabhängige Schiffsverbindung gebe, müsse das mit dem Flieger geschehen. Aufgrund der notwendigen Echtheitsprüfung müsse man das Geld auch komplett austauschen und über die Bundesbank neue gerollte Kleinstmünzen erwerben. Das sei leider viel zu teuer.

Vorschlag des Bänkers an die Insel-Kaufleute: Beträge bei Barzahlungen könnten einfach auf- bzw. abgerundet werden. Das sei schließlich in anderen Ländern wie den benachbarten Niederlanden, Finnland oder Italien schon seit einiger Zeit gängige Praxis. Kartenzahlungen hingegen seien davon ja ehe nicht betroffen, hier würden dem Kunden nach wie vor die centgenauen Beträge in Rechnung gestellt.

Doch damit wollen sich viele Geschäftsleute auf der beliebten Urlaubsinsel nicht abfinden: Viele Geschäftsleute versuchen derzeit andere Wege zu finden, um an Kleingeld zu kommen. Mit dem Runden der Preise möchte man sich hier nicht abfinden. „Es geht ja auch zum Beispiel um das Pfand. Eine Bierflasche mit 8-Cent, da müsste man ja sehr viele sammeln, ehe man auf einen runden Betrag kommt“, merkt Kassiererin Iris Michaelis an. Detlev Schalwitz, Geschäftsführer des Frischemarkts, überlegt derzeit fieberhaft, wie er zukünftig am besten und günstigsten an Kleingeld kommen könnte. „Wenn wir aufrunden, stehen wir ja alleine da, das geht nicht“, so der Einzelhändler.

Auch Bäckermeister Maik Kruse muss sich etwas einfallen lassen: „Wir haben ja viele Preise, die auf 95, 97 oder 99 Cent enden. Wir fangen schon an zu sammeln, damit wir Kleingeld rausgeben können. Bargeldloses Zahlen ist wegen der Gebühren zu teuer“, so der Bäcker.

Die Kunden hingegen sehen es zwar skeptisch, aber größtenteils gelassen. Die unrunden Preise halten viele ehe für eine schlechte Angewohnheit. Schade, sei aber an der ganzen Sache, dass er nun keine kleinen Münzen mehr im Sparschwein für seinen Enkel sammeln könne, findet Lars Schrell.

Überhaupt, so Bürgermeister Marcel Fankohr, sei der Beschluss der Bank ja nicht das Ende des Kleingeldes. Die Händler müssten sich halt jetzt Gedanken machen, wo man zukünftig die kleinen bronzefarbenen Münzen beziehen könne. „Entweder untereinander tauschen oder aber selbst vom Festland besorgen“, schlägt der Verwaltungschef der Insel vor.

 


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