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Unfallbeteiligter nach Horrorcrash: „Alle haben gerufen: ‚Wir haben kein Netz, was sollen wir machen?‘“
Auto kollidiert bei missglücktem Überholmanöver frontal mit zwei Lastwagen – Augenzeugen eilen sofort zur Hilfe und wollen den Notruf wählen – Unfallstelle liegt jedoch im Funkloch, sodass Helfer erst 800 Meter bergauf für Empfang laufen müssen – Eingeklemmter Fahrer stirbt in den Trümmern – Betroffener Lkw-Fahrer Rico Lenz schildert das Erlebte und wie es ihm zwei Tage später damit geht

Lastwagen landen ebenfalls mit schweren Schäden teilweise im Graben – Handy ohne Netz on tape – Ersthelfer berichten fassungslos von fehlendem Empfang: „Alle anderen Verkehrsteilnehmer hatten die Handys gen Himmel gerichtet. Auch in deren Augen war das totale Hilfslosigkeit und Ratlosigkeit.“ – Feuerwehrexperte kritisiert: „Ein nicht funktionierendes Handynetz ist eine Todesfalle!“ – Ausführlicher Nachdreh mit Unfallbetroffenem sowie Feuerwehrausbilder zum Thema „Mangelnder Handyempfang an Unfallstellen“

Bildergalerie vorhanden

Datum: Freitag, 1. November 2019, 18:00 Uhr/Sonntag, 3. November 2019

Ort: B96 bei Fürstenberg/Havel, Landkreis Oberhavel, Brandenburg

 

(ch) Etwas verlassen wirkt Rico Lenz, als er am Sonntagabend auf dem Betriebsgelände seiner Spedition steht. Es ist knappe 48 Stunden her, dass er mit seinem 40-Tonner in einen schweren Unfall verwickelt war. Die Erlebnisse dieses Abends sind auch jetzt noch nicht verarbeitet. Doch nicht das Unglück beschäftigt den Familienvater so sehr, sondern die Ereignisse danach.

Rückblick: Wie fast täglich ist der 44-Jährige mit dem Lkw auf der B96 von Fürstenberg/Havel in Richtung Oranienburg unterwegs. In einer leichten Kurve im 70er-Bereich schert sein Hintermann aus und überholt den Sattelzug. In diesem Moment kommt ihm jedoch ein weiterer Lastwagen entgegen. Lenz hört noch einen lauten Knall und dann einen Einschlag an seinem Führerhaus. Frontal war der Kia mit dem Gegenverkehr kollidiert und dann gegen den Laster von Lenz geschleudert. Wie ein Pingpong-Ball wirbt das Auto zwischen den schweren Lkw hin und her, ehe der Wagen völlig zerschmettert auf der Straße liegen bleibt. Nur mit Mühe kann Lenz verhindern, dass sein ebenfalls stark beschädigter Laster nicht umkippt. Sofort steigt er aus, um nach dem 54-jährigen Autofahrer zu schauen. Dieser ist eingeklemmt und schwerst verletzt. Der erfahrene Freiwillige Feuerwehrmann Lenz weiß, dass er ohne seine Kameraden hier nichts ausrichten kann und zückt sein Handy. Doch dann der Schock: auf dem Display erscheint nur die Angabe „Kein Netz“. Fassungslos blickt er sich um, was andere Ersthelfer machen: „Alle anderen Verkehrsteilnehmer hatten die Handys gen Himmel gerichtet. Auch in deren Augen war das totale Hilfslosigkeit und Ratlosigkeit.“ Kurzerhand nimmt er die Beine in die Hand und rennt rund 800 Meter einen Berg hoch, um aus der Senke herauszukommen. Gleichzeitig laufen auch andere Augenzeugen zu einem mehrere hundert Meter entfernten Haus, um vom Festnetz Hilfe zu rufen. Wertvolle Minuten verstreichen, ehe der Notruf endlich abgesetzt werden kann. 

Als die alarmierten Rettungskräfte eintrafen, konnten sie für den eingeklemmten Unfallverursacher nichts mehr machen. Er war vermutlich auf der Stelle tot. An den Lastwagen liefen jedoch Betriebsstoffe aus, die abgebunden werden mussten. Sowohl für die Einsatzkräfte, als auch Lenz, der die Strecke täglich fährt, stimmt der nicht vorhandene Empfang nachdenklich: „Wenn man 5G ausbauen und Autos alleine fahren lassen will, frage ich mich, wie das funktionieren soll, wenn es weiße Flecken gibt, wo noch überhaupt kein Netz vorhanden ist?“ Und auch die Feuerwehr steht in solchen Situationen vor einem Problem, wie Daniel Brose als Stabsbereichsleiter und Ausbilder weiß: „Bei schweren Unfällen können wir Sicherheitskarten per Tablet abrufen. Dort steht drin, wo Airbags, welche Gefahrenpunkte lauern und bei Elektrofahrzeugen beispielsweise Stromgefahr herrscht. Die schnellen Netze sind daher sehr wichtig.“ Andere Länder haben Deutschland hier etwas voraus: „In Finnland hat man im tiefsten Wald in Lappland am Nordpolarkreis noch LTE, das haben wir hier nicht.“

Bei einem weiteren tödlichen Unfall am gleichen Abend nur 30 Kilometer weiter zeigt sich, dass auch das dort verbaute eCall-System, ein automatischer Notruf bei modernen Unfallwagen, hier an seine Grenzen stoßen würde (siehe NewsNr.: 31352). „Wenn der Fahrer bewusstlos ist, lösen diese den Notruf über das GSM-Netz aus. Ein funktionierendes Mobilfunknetz ist aber Voraussetzung“, betont Brose. Er hofft, dass nicht nur in Ballungsgebieten, sondern auch in der Peripherie endlich ein funktionstüchtiges Handynetz aufgebaut wird und stellt klar: „Ein nicht funktionierendes Handynetz ist eine Todesfalle!“

Gleiches wünscht sich auch Rico Lenz. Er hat noch am Abend ausgiebig mit seinem Chef gesprochen, in den Folgetagen dann mit Freunden und Bekannten, die ihm helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Dennoch: „Man kommt sich sehr hilflos vor. Die Tatsache, dass dort kein Netz vorhanden war, ist in dem Moment sehr bitter.“


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