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baden_wuerttemberg
Montag, 06. Februar 2012
Hechingen, Zollernalbkreis, Baden-Württemberg
News-Nr.: 14767

Inferno mitten in der Altstadt:

Häuserblock geht lichterloh in Flammen auf – Feuer wütet in mehreren Gebäuden – Neun Verletzte – 300 Helfer aus mehreren Landkreisen bei bitterkalten Temperaturen stundenlang im Großeinsatz

Verwinkelte Bauweise macht Löscharbeiten schwierig – Heftige Durchzündung schockiert Helfer und Anwohner

Bildergalerie vorhanden

Datum: Montag, 06. Februar 2012

Ort: Hechingen, Zollernalbkreis, Baden-Württemberg

 

(cd/mwü) Feuerwehren und Rettungskräfte aus mehreren Landkreisen Baden-Württembergs waren bis in die Nacht im schwäbischen Hechingen im Einsatz.

Mitten in der dicht bebauten Altstadt war am Montagabend ein Großbrand ausgebrochen, die genaue Lage war zunächst unklar (NonstopNews berichtete). Aus einem Gebäude war anfangs dichter Rauch gedrungen, die Feuerwehr hatte aufgrund der verwinkelten Bauweise Schwierigkeiten, gegen den Brand vorzugehen. Nach einiger Zeit kam es zu einer heftigen Durchzündung. „Alles stand plötzlich in Flammen“, berichteten Zeugen und verfolgten schockiert das Inferno, das bis weit über die Stadtgrenze hinaus zu sehen war. Zwischen den Häusern wütete eine meterhohe Flammenwand. Wie viele Gebäude genau durch das regelrechte Inferno in Mitleidenschaft gezogen wurden, sei noch unklar, sagte ein Polizeibeamter am späten Abend. Inzwischen ist klar: Das Hauptgebäude, in dem das Inferno ausgebrochen war, wurde vollständig zerstört. Auch auf ein angebautes Zwischengebäude und ein weiteres Haus, in dem sich eine Apotheke befindet, griffen die Flammen über. Letzteres konnte nach aktuellen Informationen erhalten werden. Insgesamt neun Menschen wurden bei dem Brand verletzt, fünf von ihnen wurden in Kliniken eingeliefert. Dramatisch gestaltete sich die Rettung einer älteren Bewohnerin, die am Fenster um Hilfe gerufen hatte und später von der Feuerwehr gerettet wurde. Sie befinde sich auf der Intensivstation, sei aber bereits auf dem Wege der Besserung, sagte Hechinges Bürgermeisterin Dorothea Bachmann in der Nacht sichtlich erleichtert gegenüber NonstopNews. Die meisten der Verletzten hätten Rauchgasvergiftungen erlitten, sagte Dietmar Dieter, Pressesprecher des Roten Kreuzes im Zollernalbkreis. Auch zwei Einsatzkräfte seien unter den Verletzten, darunter offenbar ein Feuerwehrmann, der auf dem gefrorenen Löschwasser stürzte. Über 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk und Polizei waren bis in die Nacht hinein im Großeinsatz. Stundenlang bekämpften die Helfer den Brand, auch von mehreren Drehleitern und so genannten Hubarbeitsbühnen, die aus mehreren umliegenden Landkreisen anrückten. Noch in der Nacht wurde das Hauptgebäude, das bei dem Feuer völlig zerstört wurde, abgerissen, auch weil akute Einsturzgefahr bestand und die Brandnester nur schwer zu erreichen waren. Ermittler der Kriminalpolizei hatten zuvor noch versucht, unter anderem mit Videotechnik Spuren und Hinweise zu sichern, die Aufschluss über die Brandursache geben könnten. Rund 30 Menschen mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden, sie seien in der Stadthalle oder bei Verwandten untergekommen, sagte Bürgermeisterin Bachmann. Auch das Rote Kreuz stünde zur Betreuung bereit, so Pressesprecher Dietmar Dieter. Helfer des Rettungsdienstes, Schnelleinsatzgruppen und örtliche Bereitschaften aus der Region waren bereits seit dem Abend im Dauereinsatz.

 

Hinweis an die Kollegen in den Redaktionen (Stand 4.00 Uhr): Bitte beachten Sie auch den aktuellen Informationsstand aus den in der Nacht gedrehten O-Tönen und die aktuelle Pressemitteilung des Feuerwehr-Führungsstabs (siehe unten). 

 

Die NonstopNews-Bilder (Nacht) und die O-Töne:

 

-       Großeinsatz, Feuerwehr, DRK, Polizei vor Ort

-       Dichter Rauch dringt aus Gebäude

-       Durchzündung, Dachstuhl lichterloh in Flammen

-       Flammenwand zwischen Gebäuden

-       Löscharbeiten von allen Seiten, Feuerwehr unter Atemschutz

-       Drehleiter im Einsatz

-       Abrissarbeiten in der Nacht, ausgebrannte Gebäude

-       O-Ton Peter Mehler, Pressesprecher Polizei Balingen 

-       O-Ton Stefan Hermann, Kreisbrandmeister Landratsamt Zollernalbkreis 

-       O-Ton Maik Bulach, Einsatzleiter Feuerwehr Hechingen

-       O-Ton Dorothea Bachmann, Bürgermeisterin Stadt Hechingen

-       O-Ton Dietmar Dieter, Pressesprecher DRK Zollernalb

-       NEU: Tagbilder (Löscharbeiten, Einsatzgeschehen, Kripo vor Ort, Feuerwehr mit Handwärmern, diverse Schnittbilder)

-       NEU: Vox-Pops mit Augenzeuginnen

-       Weitere Schnittbilder

 

Bestellen Sie das TV-Material unter 04221 / 97 30 444 – Standort: Balingen/Rottweil

 

 

Medieninformation Feuerwehr-Führungsstab Zollernalbkreis

07. Februar 2012


Am 06.02.2012 gegen 17.00 Uhr wurde die Feuerwehr Hechingen zu einem Gebäudebrand in der dicht bebauten historischen Altstadt unweit vom Rathaus entfernt gerufen. Das mehrstöckige Wohngebäude in der Marktstrasse ist mit weiteren zwei Gebäuden fest verbunden. Bereits während der Anfahrt wurde die Feuerwehr darüber informiert, dass sich noch mehrere Personen im Gebäude befinden.

 

Mehrere Personen konnten sich bis zum Eintreffen der Feuerwehr selbst retten. Drei weitere Personen wurden durch die ersten Einsatzkräfte aus den oberen Stockwerken mittels Drehleiter gerettet. Sie konnten sich nicht mehr selbst über das stark verrauchte Treppenhaus retten. Die drei Personen erlitten eine Rauchvergiftung, sie wurden dem Rettungsdienst übergeben und ins Krankenhaus gebracht.

 

Vier weitere Personen aus Nachbargebäuden wurden ambulant behandelt.

 

Während der Löscharbeiten kam es zu mehreren Durchzündungen. Aufgrund der alten Bausubstanz breitete sich das Feuer rasch aus und griff auf eines der direkt angrenzenden Häuser über.

 

Die Feuerwehr begrenzte das Ereignis auf die zwei betroffenen Gebäude. Ein weiteres direkt angebautes großes Gebäude, direkt am Marktplatz konnte noch durch den massiven Feuerwehreinsatz gesichert werden.

Die betroffenen Gebäude sind durch Brandschaden und das Gewicht des gefrorenen Löschwasser einsturzgefährdet und müssen noch in der Nacht zum großen Teil eingerissen werden.

 

Die Abrissarbeiten waren ebenfalls erforderlich um an weitere Brandnester heran zu kommen und so eine Ausbreitung auf die Nachbarbebauung zu verhindern. Das Löschen im Brandobjekt war nicht mehr möglich da der Brand bereits zu ausgedehnt war. Es konnte nur von außen über mehrere Drehleitern und Hubarbeitsbühnen gelöscht werden.

Vor den Abrissarbeiten mussten zur Sicherheit die umliegenden Gebäude evakuiert werden. Die Bewohner wurden durch das Deutsche Rote Kreuz und das THW in eine nahegelegenen Turnhalle gebracht und dort vom DRK betreut.

Probleme während der Löscharbeiten machten die Kassettendecken des Fachwerkhauses und die klirrende Kälte. Überfrierendes Löschwasser und der lang anhaltende Einsatz führten die Einsatzkräfte an ihre Belastungsgrenze. An die Brandnester in den Zwischendecken des Gebäudes konnten die Einsatzkräfte von außen kaum heran kommen.

 

Ein Feuerwehrmann und ein Helfer des DRK verletzten sich im Einsatz und wurden zur näheren Untersuchung vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht.

 

Da das Löschen innerhalb des Gebäudes aufgrund des bereits zu ausgedehnten Feuers nicht mehr möglich war musste von außen mit mehreren Hubrettungsfahrzeugen gelöscht werden.

 

Über zwei Drehleitern wurden zunächst drei Menschen gerettet. Insgesamt wurden für die Löscharbeiten drei Drehleitern mit einer Höhe von 30m eingesetzt. Zwei Hubarbeitsbühnen aus Rottweil und von der Berufsfeuerwehr Reutlingen, davon eine mit einer Höhe von 40m, waren im Einsatz. Diese Fahrzeuge haben einen Ausleger mit Gelenk, der es möglich macht, auch über benachbarte Gebäude hinweg von oben näher an das Brandobjekt heran zu kommen. Für die neue Hubarbeitsbühne aus Reutlingen war dies der erste Einsatz. Die Einsatzkräfte wurden durch das DRK verpflegt. Das THW hat bei den Abrissarbeiten und der Ausleuchtung der Einsatzstelle unterstützt.

 

Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot aus dem Zollernalbkreis sowie aus den angrenzenden Kreisen Rottweil, Tübingen und Reutlingen vor Ort.

 

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Hechingen mit den gesamten Stadtteilen, Haigerloch, Burladingen, Rangendingen, Balingen, Rottweil, Rottenburg, Bodelshausen, Mössingen , Reutlingen, Albstadt.

Außerdem waren mehrere Einheiten des Technischen Hilfswerks Ortsverband Hechingen und des Deutschen Roten Kreuzes im Einsatz.

 

Im Gesamten bedeutet dies folgende Einsatzkräfte:

 

-          230 Feuerwehrleute

-          48 DRK Einsatzkräfte

-          22 THW Einsatzkräfte

 

Die Einsatzleitung liegt beim örtlichen Feuerwehrkommandanten Maik Bulach. Auch der Kreisbrandmeister des  Zollernalbkreises Stefan Hermann sowie der Bezirksbrandmeister des Regierungsbezirks Tübingen Andreas Spahlinger war vor Ort.

Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde der Feuerwehr-Führungsstab Zollernalbkreis unter der Leitung vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Joachim Rebholz eingesetzt.

 

Die Bürgermeisterin von Hechingen Frau Dorothea Bachmann sowie  Landrat Günter-Martin Pauli MdL machten sich ein Bild von dem Unglück unterstützen die Einsatzleitung tatkräftig bei der Organisation.

 

Der Einsatz dauert noch an (Stand 07.02.2012; 3.00Uhr).

 

Pressemitteilung DRK Kreisverband Zollernalb e.V.

 

Gebäudebrand in Hechingen fordert neun Verletzte, fünf Patienten mussten in Kliniken eingeliefert werden. 50 Einsatzkräfte des DRK eingesetzt.

 

Der Brand am gestrigen frühen Abend forderte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) des Zollern­­alb­kreises einmal mehr. Beim Eintreffen der ersten Rettungs­­­wagen (RTW) und Notärzten wie auch Helfern der Bereitschaft Hechingen  musste sofort die von der Feuerwehr geretteten Personen versorgt werden. Im weiteren Verlauf wur­den die Nachbargebäude geräumt und die Personen evakuiert. Notärzte und Rettungsdienstmitarbeiter übernahmen sofort die Patientenversorgung.

 

Nachge­forderte Rettungskräfte aus Geislingen und Balingen unterstützten den Rett­ungs­dienst. In der Folge mussten drei Personen mit Verdacht auf Rauchgas­ver­gift­ung in die Klinik verbracht werden. Vier Bewohner von Nachbargebäuden be­hand­elten die Helfer ambulant, sie mussten nicht in eine Klinik. Im Verlauf verletzte sich ein Feuerwehr­mann wie auch ein DRK-Helfer. Beide Einsatzkräfte stürzten während der Einsatzmaßnahmen. Sie wurden zur näheren Untersuchung in eine Klinik ver­bracht. Zwei Mitarbeiter des Rettungsdienstes ließen sich vorsorglich in der Klinik wegen Rauchgasinhalation untersuchen, waren aber nach den ersten Befunden unverletzt. 

 

Das DRK richtete im unmittelbaren Bereich eine Versorgungsstation ein, in der sich die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und DRK aufwärmen und warme Getränke zu sich nehmen konnten. Im Auftrag der Stadtverwaltung richtete das DRK im Museum eine Notunterkunft für 25 Personen ein. Dort konnten sich die Evakuierten aufhalten. Schnell-Einsatz-Gruppen der Fachrichtung Betreuung übernahmen diese Aufgabe, das Kreisauskunftsbüro registrierten die Verletzten und Evakuierten. Mitarbeiter des Roten Kreuzes betreuten bis zum Morgen eine Familie mit Kindern in dieser behelfs­mässig­en Über­nacht­ungs­möglichkeit. Erst gegen acht Uhr konnten die Betroffenen zurückkehren.

 

Auch heute (07.02.2012) ist das DRK mit einer Gruppe im Einsatz. Die insgesamt zehn Helfer über­nehmen die Verpflegungsausgabe und stellen einen Sanitätsdienst während der Nach­lösch- und Abbrucharbeiten.

 

Für die Koordination der rund 50 Helfer richtete das DRK eine Führungsgruppe ein, mit dem leitenden Notarzt Dr. Werner Piper aus Haigerloch, Rettungsdienstleiter Dieter Fecker und Mitglieder der Kreisbereitschaftsleitung (Heiko Lebherz und Gerhard Dett) wie auch der örtlichen Bereitschaftsleitung (Tobias Kopf) ein.

 

Im Einsatz waren neben den genannten Einsatzkräften auch weitere benachbarten DRK-Gruppierungen, die zum dem Einsatz nach Hechingen gerufen wurden.


Zusatzinfos vorhandenWeiterführende Infos zum Thema:
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