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NewsNr. 8388
Datum: 24.01.09, 01:50 Uhr
Stand: 24.01.09, 01:50 Uhr
Polizei hörte angeblich Durchladen von Waffe:
Schwer bewaffnetes MEK stürmt Wohnung von zwei jungen Sprayern und hinterlässt Chaos
Bewohner kamen gerade nach Hause, als Polizei ihr Haus umstellte – Obwohl beide berichteten, es sei keiner in der Wohnung, stürmte das MEK gewaltsam die Wohnung – Exklusive Videobilder aus der verwüsteten Wohnung nach dem Einsatz durch das MEK
Timo Molloisch und John Moser
Timo Molloisch und John Moser
zu den Bildern

Datum: Freitag, 23. Januar 2009, 22.15 Uhr

Ort: Hamburg-Altona
 

(gs) Ein Sofa liegt kopfüber im Wohnzimmer, überall liegen Einrichtungsgegenstände herum. Die Wohnung sieht aus, als ob Vandalen ganze Arbeit geleistet hätten. Ursprung des ganzen Chaos in der Wohnung in Hamburg-Altona ist aber vielmehr ein wenig zimperlicher Einsatz des mobilen Einsatzkommandos (MEK) der Hamburger Polizei.

Die Geschichte begann etwas früher: Die beiden jungen Sprayer John Moser und Timo Molloisch waren unterwegs, um an legalen Orten ihre bunten Kunstwerke zu hinterlassen. Das nasskalte Wetter sorgte aber für einen frühzeitigen Abbruch der Sprayaktion. Eine Gruppe von zivilen Ermittlern hatte offenbar verschiedene Sprayer gleichzeitig observiert und deren Abzug beobachtet. Bevor Moser und Molloisch ihre Wohnung in Altona erreicht hatten, waren dort andere Ermittler an der Haustür aufgetaucht. Aus der Wohnung vernahmen diese dann Geräusche, die ein Durchladen einer Waffe vermuten ließen. Die Beamten zögerten nicht lange und riefen Verstärkung. Streifenwagen riegelten das Haus ab, Rettungswagen und Notarzt standen bereit, vermummte Spezialkräfte des MEK bereiteten ihre Ausrüstung vor. Auf dieses fernsehreife Szenario trafen schließlich Moser und Molloisch, die beiden Sprayer. Reichlich überrascht wurden diese zunächst in Streifenwagen gesetzt und befragt. Beide bekräftigten den Beamten, dass sich in ihrer Wohnung niemand befände und die Geräusche wohl auf Missverständnissen beruhen müssten. Doch dies ließ die Spezialkräfte nicht davon abbringen, die Wohnung von Molloisch und Moser gewaltsam zu stürmen. Sogar der Boden-Bezug von zwei Sofas wurde auf der Suche nach einer Waffe aufgeschlitzt, die Haustür zertrümmert. Ergebnis: Weder eine Person, noch eine Waffe wurde gefunden, die Polizei zog ab – und hinterließ den beiden Sprayern das oben genannte Chaos. Warum die Polizei mit entsprechender Härte vorging, bleibt unklar.

 

Wir haben den Einsatz begleitet und neben O-Tönen mit den Sprayern und dem Polizeieinsatzleiter auch exklusive Video-Bilder aus der verwüsteten Wohnung.

 

Die NonstopNews-Bilder (Nacht) und die O-Töne:

 
- Totale des Wohnhauses in Altona

- diverse Streifenwagen, Rettungsdienst und Notarzt auf der Straße

- Polizisten sichern Haus, MEK-Kräfte rücken an

- Sprayer Molloisch und Moser treffen ein, werden in Streifenwagen gesetzt

- Moser gestikuliert cool in Streifenwagen herum, auch in Kamera
- Beide im Gespräch mit Polizei vor dem Haus
- Blick auf Wohnung, Balkon von außen

- Vermummte MEK-Kräfte mit schweren Waffen marschieren ins Haus

- Lagebesprechung der Spezialkräfte im Hausflur
- Polizei-Waffe wird in Hausflur geladen, close

- Molloisch und Moser warten vor dem Haus, Graffiti an Garagentor

- O-Ton John Moser, betroffener Sprayer, vor dem Einsatz: „.. waren unterwegs, um uns legal sprühtechnisch zu betätigen…kommen noch Hause, plötzlich ganz viel Polizei, die sagen in der Wohnung soll einer mit der Knarre sitzen, hätte die schon durchgeladen… wir haben zweimal abgeschlossen vorhin, ich weiß von nichts… kann sein, dass da jemand über den Balkon reingekommen ist… hab schon absurde Sachen erlebt… hab mir den Freitag anders vorgestellt… wenn da jetzt wirklich welche mit Waffen in der Wohnung sitzen sollten, bin ich natürlich dankbar… ich kann es mir aber nicht vorstellen…“

- O-Ton John Moser, betroffener Sprayer, nach dem Einsatz: „…der Typ mit der Pistole war nicht in der Wohnung drin, da freu ich mich jetzt…“

- O-Ton Stefan Bauer, Einsatzleiter der Polizei Hamburg: „…gab Hinweise auf Sachbeschädigungen durch Graffiti, haben daher Personen observiert, es gab Angaben, dass diese Personen in diese Wohnung gegangen seien… Beamte hörten dann Geräusche, die Rückschlüsse auf ein Durchladen einer Waffe zuließen… haben uns dann zur Eigensicherung dann gewaltsamen Zugang zur Wohnung verschafft… haben allerdings in der Wohnung keine Person feststellen können…polizeiliche Maßnahme daher beendet“

- Exklusiv: Polizei an Wohnungstür, zerstörte Tür close, zerfetzter Türrahmen

- O-Ton John Moser vor der Wohnungstür: „…Polizei hat hier Wohnung eingetreten, alles kaputt…. Es war niemand in der Wohnung, Schaden müssen wir wohl selber zahlen… tolle Aktion…“

- Exklusiv: In Wohnung: Sofas umgestürzt, Boden aufgeschlitzt, Tischplatte umgestürzt

- Exklusiv: diverse Bilder des Chaos in Wohnung, Schäden close

- Exklusiv: Molloisch und Moser begutachten das Chaos in der Wohnung

- O-Ton Timo Molloisch, Wohnungsmieter in der verwüsteten Wohnung: „… bin nach Hause gekommen, da haben die gesagt, es sei jemand in meiner Wohnung… dann haben die meine Tür kaputtgemacht und hier alles verwüstet und lassen mich jetzt hier darauf sitzen… es wurde nichts gefunden, jetzt steh blöd da…“

- Weitere Übersichten und Schnittbilder, Graffiti in der Umgebung

 

Wir weisen daraufhin, dass zivile Beamte und Spezialkräfte zu pixeln sind!

 

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Wichtiger Hinweis: Die Anforderung von Video- und Bildmaterial ist Redaktionen von Fernsehanstalten und Printmedien vorbehalten. Auf Anfrage können am jeweiligen Geschehen beteiligte Einsatzkräfte, die bei uns registriert sind, TV-Material zu internen, nichtöffentlichen Zwecken anfordern. Die Entscheidung über diese außerredaktionelle Bereitstellung obliegt der Berücksichtigung des Schutzes von Persönlichkeitsrechten der Betroffenen im jeweiligen Fall. Wir bitten um Verständnis.