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Ermittlungsverfahren wegen Verdacht der fahrlässigen Tötung gegen zwei Polizisten eingeleitet:
Haben Beamte einen betrunkenen Randalierer einfach ausgesetzt?
Staatsanwaltschaft ermittelt nach tödlichem Unfall gegen zwei Beamte wegen fahrlässiger Tötung und "Aussetzen"

Fußgänger musste nach Unfall reanimiert werden - Opfer verstarb in Klinik - Nachdem Polizei zunächst mitgeteilt hatte, dass Person nicht alkoholisiert und klar orientiert gewesen sei, wurde nun sowohl Alkohol-, als auch Cannabiskonsum beim Toten nachgewiesen - Nach nachträglichen Ermittlungen durch übergeordnete Polizeibehörde nun staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren gegen zwei Polizisten

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Datum: Montag, 27. November 2017, Ereigniszeit: Sonntag, 19. November 2017, 07.00 Uhr

Ort: Rastede, LK Ammerland, Niedersachsen

 

(jl) Zunächst schien alles wie ein tragischer, wenn auch alltäglicher Unfall, als vor einer Woche zwischen Wahnbek und Rastede ein Fußgänger überfahren wurde und kurz darauf starb. Doch dann kamen durch die Lokalzeitung viele Fragen auf, die nun sogar in einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren gegen zwei Polizisten münden. Der Vorwurf: Fahrlässige Töting und "Aussetzen" einer Person.

Wie die Polizei bereits kurz nach dem Unfall eingeräumt hatte, war der getötete Mann nämlich zuvor mehrfach polizeilich auffällig geworden und in dessen Verlauf auf dem Weg zu seiner Wohnanschrift im Stadtgebiet ausgesetzt worden - wie sich jetzt herausstellte offenbar in orientierungslosem Zustand.  

Die unmittelbaren polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass der Mann sich am Sonntagmorgen (19.11.) gegen 5.50 Uhr auf der Polizeiwache an der Wallstraße in der Oldenburger Innenstadt gemeldet hatte und sich darüber beschwerte, dass er in eine Kneipe in der selben Straße nicht hereingelassen wurde. Er bat die Polizei ihn dorthin zu begleiten und ihm Einlass zu verschaffen. „Das konnte man ihm natürlich nicht anbieten, weil das Hausrecht haben jeweils die Türsteher.“, erklärte Stephan Klatte, Pressesprecher der Polizeiinspektion Oldenburg am Tag des Unfalls. Dies soll der 23-Jährige aber nicht eingesehen, laut herumgeschrieen und randaliert haben. Daraufhin hatte man ihn der Dienststelle verwiesen und nachdem er anschließend gegen die Scheiben trommelte und brüllte auch noch einen Platzverweis erteilt, dem der Mann aber nicht nachkam. Zwei Polizeibeamte beschlossen den randalierenden Mann mit dem Streifenwagen nach Hause zu bringen. Aufgrund eines weiteren Einsatzes im Stadtteil Nadorst, den die Beamten wahrnehmen wollten, hatten die Beamten den Mann dann aber gegen 6.30 Uhr auf einem Parkplatz eines Verbrauchermarktes aussteigen lassen - etwa zwei Kilometer entfernt von der Wohnung des Mannes. Vor einer Woche noch stellte sich Polizeiinspektionssprecher Klatte noch schützend vor seine Beamten: "Sowohl im ersten Einsatz, als auch später ist nicht festgestellt worden, dass er erkennbar alkoholisiert war. Er war klar orientiert und wirkte in keinster Weise hilflos“, so die Polizei am Tag des Vorfalls. Trotzdem sei der Mann offenbar nicht zu seiner Wohnanschrift gelaufen, sondern in die entgegengesetzte Richtung. 30 Minuten später gab es mehrere Notrufe von Verkehrsteilnehmern, die der Polizei meldeten, dass im Bereich Rastede eine schlecht sichtbare Person auf der Straße herumlaufen würde. Eine Streife fuhr zu dem Meldeort, doch bei Eintreffen der alarmierten Beamten war eine Kontrolle offenbar nicht möglich, da der 23-Jährige die Flucht ergriff und von der Straße runter auf den Gehweg und dann weiter in Richtung Rastede rannte. Nach Angaben der Polizei habe sich die Gefahrensituation damit sichtbar erledigt. Doch der 23-jährige Iraner bewegte sich offenbar zurück auf die Fahrbahn. Dort erkannte eine 29-jährige Ammerländerin den Fußgänger zu spät und erfasste ihn mit ihrem Fiat. Der junge Mann wurde in den Straßengraben geschleudert und lebensgefährlich verletzt. Unter Reanimationsmaßnahmen wurde er mit einem Rettungswagen in ein Oldenburger Krankenhaus gebracht, wo er wenige Stunden später verstarb. Doch nach vielen Zeugenhinweisen erhärtete sich Zweifel an der ersten Darstellung der Polizei Oldenburg, die Polizeidirektion in Oldenburg übernahm das Ruder und übergab die Ermittlungen an die örtlich neutralere Inspektion von Cloppenburg/Vechta. Bei den nun fortgesetzten Ermittlungen zeigte sich nun, dass es widersprüchliche Aussagen gibt: Zeugen sprechen davon, dass der Mann in der Nacht auch Alkohol konsumiert hat, so Melissa Oltmanns von der übergeordneten Polizeidirektion Oldenburg. Inspektionssprecher Stephan Klatte hatte vor einer Woche noch kommuniziert, dass der Mann offenbar nicht alkoholisiert gewesen und auch klar orientiert gewesen sei.“ Nun hat eine Blutuntersuchung beim Toten ergeben, dass der Mann zum Unfallzeitpunkt einen Blutalkoholwert von mindestens 1,1 Promille gehabt haben muss. Auch der Konsum von Cannabis wurde nachgewiesen. Es liegen darüber hinaus laut Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und der Polizeidirektion Oldenburg unabhängige Zeugenaussagen vor, wonach der 23-Jährige zuvor in der Innenstadt Alkohol konsumierte und vor dem Unfall einen orientierungslosen Eindruck hinterließ. Mit diesen Erkenntnissen hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen die beiden Polizeibeamten, die den Mann nach Hause bringen wollten, ihn dann aber auf dem Parkplatz abgesetzt haben, eingeleitet. Es besteht der Verdacht der fahrlässigen Tötung und der Aussetzung. Für die weiteren Ermittlungen soll nun mit allen Zeugen gesprochen, die in der Nacht Kontakt zu dem 23-Jährigen hatten - ebenso mit allen beteiligten Polizeibeamten. Die beiden Polizisten, gegen die das Verfahren geführt wird, sind aktuell vom Dienst freigestellt.

 


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