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Es bleiben Hass und Unverständnis:
Mann kracht mit über 110 Stundenkilometern innerorts in abbiegendes Auto und tötet 60-Jährige - Gericht verurteilt Raser zu neun Monaten Haft - Sohn des Opfers nach Urteil von fehlender Reue des Rasers enttäuscht

Sohn berichtet vom Erlebten und die Veränderungen nach dem Tod - Dokumentation über das Leben eines Angehörigen vom Unglück bis zum Urteil: „Wir sind nur Beifahrer im Leben.“

Bildergalerie vorhanden

Datum: Mittwoch, 24. Februar 2016

Ort: Bielefeld, Nordrhein-Westfalen

 

(ch) Traurig blättert Peter Parada in dem Fotoalbum herum. Aufnahmen vom Urlaub, schwarz-weiß Bilder aus der Kindheit - glückliche Erinnerungen an bessere Zeiten. Das ist alles, was dem 38-Jährigen von seiner Mutter geblieben ist. „Sie war wie Mutter Theresa. Ständig auf andere bedacht und bemüht, es anderen Recht zu machen“, erinnert er sich zurück. Ein durch und durch herzensguter Mensch, der aufgrund von blinder und unbedachter Raserei aus dem Leben gerissen wurde.

Es ist der 8. Mai 2015, als Brigitte Parada Garcia mit ihrem Kleinwagen um 1:44 Uhr auf dem Weg zur Arbeit in einer nahen Bäckerei war. Die Vorfreude ist groß, denn es ist ihr letzte Arbeitstag vor dem lange herbeigesehnten Urlaub. An einer Kreuzung, keine 300 Meter von der Arbeit entfernt, stoppt sie ihr Auto, blickt sie nach links, nach rechts und fährt los. Als sie die auf sich zu schießenden Lichtkegel bemerkt, ist es bereits zu spät. Nahezu ungebremst rauscht Jens M. (Name geändert) in die Beifahrerseite des VW Polo, der durch die Wucht des Aufpralls rund 60 Meter weggeschleudert wird. Als die Rettungskräfte am Unglücksort eintreffen, können sie für Brigitte Parada Garcia bereits nichts mehr tun. Die 60-Jährige war vermutlich auf der Stelle tot. Der 53-jährige Elektrotechniker erlitt derweil schwere Verletzungen und kam in ein Krankenhaus. Am gestrigen Dienstag musste er sich nun vor dem Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Nach dem Unfall flüchtet er sich in Ausreden. Man müsse seine Situation kennen und niemand außer ihm wisse, warum er überhaupt gerast sei, erklärte er Peter Parada am Telefon. Danach erwirkte er über seinen Anwalt ein Kontaktverbot, wollte keinerlei Fragen mehr gegenüber der trauernden Familie beantworten. Erst die Untersuchungsergebnisse des Sachverständigen, der im Auftrag der Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden war, beweist Peter, dass seine Mutter nichts für den Unfall konnte. Mit verantwortungslosen 110 Stundenkilometer oder mehr war Jens M. durch die geschlossene Ortschaft gerast. Mehr als doppelt so viel als ursprünglich erlaubt. „Wie kann man als Familienvater sich nur zu solch einer Raserei verleiten lassen“, fragte sich nicht nur der Sohn des Opfers. Jens M. hatte seinen Suzuki Swift Sport in eine fahrende Waffe verwandelt, der die 60-jährige Tote niemals hätte ausweichen können. Diese Auffassung teilte auch die Amtsrichterin, die von einer schweren Schuld sprach. Und der anklagende Oberstaatsanwalt ergänzte nach Medienberichten: „Es handelte sich um grob rücksichtsloses Verhalten. Das kann man nur als pure Raserei bezeichnen.“ Beide waren sich einig, dass die Verstorbene keinerlei Chance mehr hatte zu reagieren und, obwohl sie dem Angeklagten die Vorfahrt nahm, sie keinerlei Schuld treffe. Denn niemand könne damit rechnen, dass jemand mit einem derart lebensgefährlichen Tempo durch die Straße rast.

Neun Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung lautete letztendlich der Schuldspruch gegen den Angeklagten. Eine Strafe, mit der Peter Parada zumindest teilweise leben kann. „Ich bin enttäuscht, dass er keinerlei Reue gezeigt hat. Er hat keine Worte an uns gerichtet, er tat sich nur selbst leid.“ Er empfindet für den Verurteilten nur noch Hass und Unverständnis. Dennoch will er mit dem Vergangenen nun abschließen. Während sein Vater plant, wieder zurück in die spanische Heimat zu ziehen, richtet er seinen Blick nach vorne. „Wir versuchen nun die Dinge anders anzugehen. Wir gehen mehr aufeinander zu, verbringen mehr Zeit miteinander, um einfach die Zeit, die uns noch bleibt, gut zu nutzen. Denn wir sind nur Beifahrer im Leben.“

 

Die NonstopNews-Bilder:

 

Teil 1:

  • Sohn blättert zuhause durch Familienalbum/verschiedene Schnittbilder
  • Peter Parada liest den Gutachterbericht
  • Ausschnitt aus Gutachterbericht, der Geschwindigkeit von mindestens 110km/h feststellt
  • Sohn stellt Kerze am Grab ab
  • Blumen und Kerzen am Grab der Verstorbenen
  • O-Ton Peter Parada (38), Sohn der Verstorbenen, Zuhause: Für mich war sie... wie eine Mutter Theresa...ständig auf andere bedacht und darum bemüht, es anderen recht zu machen und sich selber dabei vergessen...nie auf sich selber geschaut, was sind meine eigenen Wünsche, was sind meine eigenen Bedürfnisse, sondern immer nur, was kann ich für andere Gutes tun, was kann ich tun, damit es anderen gut geht...im Endeffekt war das so, dass ich sofort daran gedacht habe, wie elendig sie da wohl gestorben ist...ob sie gelitten hat, wie sie gelitten hat, was sie gefühlt, was sie vielleicht noch in ihrem letzten Augenblick gedacht hat...also, meine Mutter kam von zuhause und wollte zur Arbeit bei der Bäckerei Wulfhorst, hatte ihren letzten Arbeitstag vorm Urlaub...also, wir hatten ja einiges erwartet, nach dem, was wir vor Ort gesehen haben, aber wenn man dann liest, dass er mit mindestens 110 km/h innerhalb der Ortschaft gerast sein muss, und man hat es dann nochmal so klar vor Augen, ja dann ist man einfach nur wütend...man ist wütend, man ist erschüttert, man fragt sich, wofür und warum sie gestorben ist...und vor allem fragt man sich, wie kann so etwas ein 52-jähriger erwachsener Mann, Vater von drei erwachsenen Töchtern, nur sowas machen...was hat ihn dazu verleitet, so zu rasen...sie fehlt sehr...emotional merkt man jetzt, was da fehlt, was für ein riesengroßes Stück an Leben aus einem selbser gerissen wurde, wie das eigene Leben mehr oder weniger aus der Bahn geworfen wird, und, ja, diesen Verlust eigentlich keiner und nichts kompensieren kann.
  • O-Ton Peter Parada am Grab: Sie war auf dem Weg zur Arbeit... es war, was es eigentlich noch viel unfassbarer macht, auf ihrem letzten Arbeitstag vor dem Urlaub, den sie geplant hatte, wo sie sich viel vorgenommen hatte, war sie 300 Meter vor der Arbeit, bis der furchtbare Unfall sie von uns genommen hat...sie fehlt emotional an allen Ecken und Enden...es ist nicht so gewesen, dass man sich jeden Tag gesehen hat, aber einen Tag davor habe ich noch mit ihr gesprochen, habe mich noch ganz normal von ihr verabschiedet, und am anderen Morgen bekommt man dann die Nachricht, dass sie tot ist, auf diese schreckliche Art und Weise...an Geburtstagen, an Feiertagen wird das, auch bei meinem Vater, ganz besonders deutlich, was für ein Stück Leben aus uns allen rausgerissen wurde, und es hat uns klargemacht, dass wir nur Beifahrer im Leben sind...wir haben gemerkt, wie schnell alles vorbei sein kann, wie schnell das Leben seinen eigenen Weg nimmt, uns Menschen nehmen kann, und deshalb sehen wir auch alles entspannter. Wir versuchen, Dinge anders anzugehen, lockerer anzugehen, mehr aufeinander einzugehen, mehr Zeit miteinander zu verbringen, um einfach die Zeit, die uns noch bleibt, gut nutzen zu können...ich habe den Fahrer eine Woche nach dem Unfall...habe ich ihn telefonisch kontaktiert, weil ich wissen wollte, wie schnell er gefahren ist, was zu dem Zeitpunkt noch unklar war...bei diesem Telefonat hat er mir gesagt, dass es ihm leid täte, und auf die Frage, wie schnell er denn gefahren sei, weil das für uns elementar wichtig war, hat er mir nur gesagt, dass ich die Vorgeschichte nicht kennen würde und dass er quasi zu einer Raserei provoziert wurde vom anderen Unfallbeteiligten...da fehlen einem eigentlich die Worte...ich habe ihn eine Woche danach kontaktiert, da hat er mir gesagt, dass es ihm leid täte. Auf die Frage, wie schnell er gefahren sei, hat er mir nur gesagt, dass ich die Geschichte nicht kenne, und er durch eine Raserei mehr oder weniger dazu genötigt wurde, und schlussendlich war es dann so, dass durch meine Kontaktaufnahme zu ihm er sich sogar noch dazu genötigt gesehen hat, seinen Anwalt auf mich zu hetzen, um ein Kontaktverbot zu erwirken, was schlussendlich auch durch das Gericht erlassen wurde...mich macht besonders wütend beziehungsweise ich stelle mir die Frage, wie ein 52-jähriger erwachsener Mann, Familienvater, auf die Idee kommt, mit einer Geschwindigkeit von mindestens 110 km/h, wie es im Gutachten steht, durch die Ortschaft zu rasen...uns war von vornherein klar, dass kein Gericht dieser Welt eine irdische Gerechtigkeit für uns sprechen kann...das ist unmöglich...aber wenn ich daran denke, dass ein Menschenleben durch Geldscheine zu ersetzen sein soll, dann macht es das für mich auch unfassbar...es ist unglaublich, wie vermeintlich leicht der Schuldige am Tod meiner Mutter wahrscheinlich rauskommt...im Grunde genommen wird es einen immer beschäftigen, aber auch wir müssen für uns einen Weg finden, mit der Sache umzugehen, und wir müssen, ja wir müssen es mehr oder weniger akzeptieren, weil es ist in unserer Gesellschaft so, dass ein Gericht Recht sprechen muss, und das hat es in diesem Fall getan oder das wird es in diesem Fall tun, und insofern müssen wir damit leben, ob wir wollen oder nicht....ich hasse ihn...ich fühle ihm gegenüber nach alledem, was auch nach dem Unfall passiert ist, fühle ich nur noch Hass...ich fühle Hass darüber, wie er sich meiner Familie gegenüber verhalten hat...das ist das für mich eigentlich Verwerfliche.

Teil 2:

  • Peter Parada geht zum Unfallort
  • Kerzen und Blumen an der Mauer
  • Kreidezeichnungen der Polizei auf dem Pflaster
  • Bild der Verstorbenen
  • Sohn geht Unfallweg ab
  • Blick auf Unfallstelle

Teil 3:

  • Blick auf Gericht
  • Schild „Amtsgericht“
  • Peter Parada geht in Gericht/kommt raus
  • O-Ton Peter Parada nach dem Urteil: Eine Freiheitsstrafe zur Bewährung wurde ausgesetzt...aber die Fahrerlaubnis wurde nicht entzogen...der Angeklage hat keinerlei Reue gezeigt...ich bin enttäuscht...bin zwar zufrieden, dass es eine Freiheitsstrafe gab, aber bin enttäuscht, dass er keine Reue gezeigt hat...er hat keine Worte an meinen Vater oder mich gerichtet, das ging völlig an ihm vorbei...er tat sich nur selbst leid...wir müssen abschließen, werden unseren Weg weiter gehen...werden jetzt noch prüfen, ob wir Rechtsmittel dagegen einlegen...aber bin froh, dass das Gröbste gerichtlich jetzt hinter uns legt...
  • O-Ton Uwe Hagemann, Unfallsachverständiger: Naja, man schaut sich die Unfallstelle ganz akribisch an, auf jede kleine und auch größere Spur, dann werden diese Spuren zusammen mit der Polizei markiert und anschließend dokumentiert. Und dann beginnt die eigentliche Unfallrekonstruktion.

Teil 4: (Archivaufnahmen aus der Unfallnacht)

  • Völlig zerstörten Wagen in Nahaufnahme und beim Abtransport
  • Straße voller Glassplitter und Fahrzeugteile
  • Kreidemarkierungen der Polizei
  • Polizei bei der Unfallaufnahme
  • DEKRA-Gutachter bei der Arbeit
  • Mitarbeiter der Abschleppdienste beim Bergen der Wagen
  • Großflächige mit Sand abgestreute Fläche auf der Straße
  • Standbilder
  • O-Ton Detlev Busse, Polizei Bielefeld: … gegen 01:44 Uhr kam es hier im Ortsteil Heepen an der Kreuzung Altenhagener Straße, Amtmann-Bullrich-Straße, zu einem schweren Verkehrsunfall... ein 52-jähriger Bielefelder fuhr mit seinem PKW Suzuki Swift die Altenhagener Straße aus Richtung Ostring kommend... wollte die Kreuzung bei Grünlicht gerade aus in Richtung Heeper Ortskern überqueren... ihm entgegnen kam eine 61-jährige Bielefelderin mit ihrem VW Polo... diese bog an der Kreuzung für ihre Fahrtrichtung gesehen nach links ab und weiterhin Richtung Bielefelder Innenstadt zu fahren... dabei übersah sie augenscheinlich den entgegenkommenden Vorrang berechtigten Suzuki... es kam zum Zusammenstoß beider Fahrzeuge... durch die Wucht des Zusammenpralls wurden beide PKW total beschädigt... der Polo der 61-Jährigen wurde von der Anprallstelle aus ca. 30 Meter weiter geschleudert auf den Parkplatz eines anliegenden Verbrauchermarktes... beide Fahrzeugführer wurden schwer verletzt... die 61-Jährige so schwer, dass sie trotz sofortiger Reanimation hier noch an der Unfallstelle verstarb... der 52-Jährige wurde mit einem Rettungswagen in ein Bielefelder Klinikum gebracht...  

 

Teil 5:

  • Anwalt blättert in Akten/ schaut ins Strafgesetzbuch
  • O-Ton Andreas Chlosta, Anwalt des Angeklagten: Grundsätzlich sind wir zufrieden, dass das Urteil, die juristische Aufarbeitung dieses Unfalls durchgeführt wurde...das gibt unserem Mandanten die Möglichkeit damit weiter umzugehen, es aufzuarbeiten...wir werden das Urteil akzeptieren...das Amtsgericht hat ein ausgewogenes Urteil gefällt...es ist nicht als milde zu betrachten, weil üblicherweise werden fahrlässige Tötungen im Straßenverkehr mit einer Geldstrafe geahndet...weil es hier den Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr gegeben hat, ist es angemessen, hier eine Freiheitsstrafe aus zu urteilen...das Gericht hat richtigerweise die Strafe zur Bewährung ausgesetzt, von daher kann mein Mandant dieses Urteil akzeptieren...

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