Datum: Donnerstag, 02. September 2010, ca. 14:45 Uhr
Ort: A1 Fahrtrichtung Bremen, zwischen AS Lohne/Dinklage und AS Vechta, Niedersachsen
(ah) Auf der Autobahn 1 zwischen Osnabrück und Bremen hat sich am Donnerstag ein schwerer Gefahrgutunfall ereignet, der zu einer stundenlangen, beidseitigen Vollsperrung der A1 geführt hat und so den Verkehr auf der wichtigen Autobahn zeitweise zum Erliegen brachte.
Polizeiangaben zufolge kollidierte aus bislang ungeklärter Ursache ein PKW mit einem mit fast 20.000 Litern Dünnsäure beladenen Gefahrguttransporter. Der LKW stürzte auf die Mittelleitplanke, der Tankauflieger riss auf und etwa 18.000 Liter der Säure liefen aus dem Tank. Spezialfirmen mussten angefordert werden, um die Reste der Säure aus dem Tank zu pumpen, das kontaminierte Erdreich abzutragen und die Fahrbahn zu reinigen.
Die Fahrer beider Fahrzeuge wurden bei dem Unfall schwer verletzt und wurden mit Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser geflogen.
Aufgrund des Unfalls und der aufwändigen Aufräum- und Bergungsarbeiten musste die A1 bis zum späten Abend in beide Richtungen voll gesperrt werden. Es bildeten sich kilometerlange Staus, in denen es zu mindestens einem Folgeunfall kam. Die Autobahnpolizei richtete weiträumige Umleitungen ein. Die Umleitungsstrecken in unmittelbarer Nähe der Unfallstelle waren jedoch sehr schnell völlig überlastet. Der Schwerlastverkehr im Stau auf der Autobahn konnte erst nach einigen Stunden über die Gegenfahrbahn von der A1 gebracht werden.
Autofahrer werden durch Radiodurchsagen gewarnt, keine Zigarettenkippen hinauszuwerfen und die Fenster geschlossen zu lassen. Ebenso sollen Autofahrer, die möglicherweise durch die Säure gefahren sein könnten, ihre Reifen überprüfen, da diese durch die Flüssigkeit beschädigt worden sein könnten.
POL-DEL: Pressemeldung des PK BAB Ahlhorn vom 03.09.2010; 02.30 Uhr
Delmenhorst (ots) - Verkehrsunfall mit zwei lebensgefährlich verletzten Personen und Gefahrgutaustritt
Am 02.09.2010, ereignete sich gegen 14.10 Uhr auf der Autobahn 1 zwischen den Anschlußstellen Vechta und Lohne/Dinklage in Richtung Osnabrück in der Gemarkung Lohne ein folgenschwerer Verkehrsunfall bei dem zwei Personen lebensgefährlich verletzt wurden und erhebliche Mengen Gefahrgut ausgetreten sind.
Ein Pkw aus Ludwigshafen (Fahrer m/77) befuhr hinter einem Sattelzug aus Osnabrück (Fahrer m/51) den rechten Fahrstreifen von insgesamt drei Fahrstreifen. Dabei herrschte starker Regen. Der Pkw aus Ludwigshafen geriet aus bisher nicht geklärter Ursache gegen die Mittelschutzplanke und prallte gegen den Tankauflieger des Sattelzuges aus Osnabrück. Dabei geriet der Tanksattelzug ins schleudern. Der Pkw schleuderte weiter und prallte nochmal gegen den Sattelauflieger. Danach kam der Pkw auf dem mittleren Fahrstreifen zum Stillstand. Der Tankauflieger kippte um und riss von der Sattelzugmaschine ab. Während die Sattelzugmaschine auf dem rechten Fahrstreifen zum Stillstand kam schleuderte das Heck des Tankaufliegers gegen einen Betonabweiser und wurde aufgerissen. Die Ladung, ca. 18000 Liter flüssiges Gefahrgut lief dabei komplett aus.
Beide Fahrzeugführer wurden durch den Unfall so schwer verletzt, dass sie mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser nach Bremen und Osnabrück geflogen werden mussten.
Die Autobahn musste zwischen den Anschlußstellen Vechta und Lohne/Dinklage in beiden Richtungen voll gesperrt werden. Das ausgelaufene Gefahrgut wurde durch eine Spezialfirma aufgefangen. Da es sich um eine ätzende und gasbildende Flüssigkeit handelte musste die Autobahn in beiden Fahrtrichtungen mit Spezialgeräten gesäubert werden.
Zur Bergung und Sicherung der Arbeiten am Gefahrgutsattelzug waren insgesamt 108 Feuerwehrleute der Feuerwehren Bakum, Vechta, Lüsche, Lohne und Dinklage im Einsatz.
Der Gesamtschaden dürfte nach Schätzung der Polizei bei etwa 150.000 Euro liegen.
Die Autobahn war in Richtung Osnabrück noch bis 01.00 Uhr gesperrt in Richtung Bremen konnte die Sperrung gegen 01.30 Uhr am 03.09.2010 aufgehoben werden. Insgesamt bildeten sich vor beiden Sperrungen Stau in einer Läge von ca. 10 km. Auf den Umleitungsstrecken kam der Verkehr nahezu gänzlich zum erliegen.
Im Rückstau in Richtung Bremen ereignete sich dann gegen 15.50 Uhr ein weiterer folgenschwerer Verkehrsunfall an dem insgesamt 3 Lkw beteiligt waren.
Bei diesem Unfall der sich ebenfalls im Bereich der Gemarkung Lohne ereignete fuhr ein Lastzug aus Cuxhaven (Fahrer m/54) auf einen vor ihm stehenden Sattelzug aus der Tschechischen Republik (Fahrer m/55) auf. Durch die Wucht des Aufprall wurde dieser Sattelzug dann auf einen weiteren Lastzug aus Heide (Fahrer m/45) aufgeschoben. Bei diesem Unfall wurden die Fahrer aus Cuxhaven und Tschechien schwer verletzt. Auch hier musste der Rettungshubschrauber auf der Autobahn landen. Durch diesen Unfall wurde dann ein Vollsperrung der Autobahn in Richtung Bremen ab der Anschlußstelle Holdorf erforderlich.
Der Gesamtschaden bei diesem Unfall beläuft sich auf ca. 200.000 Euro.
Die Vollsperrung an der Anschlußstelle Holdorf konnte gegen 20.30 Uhr aufgehoben werden. Da jedoch die Sperrung an der Anschlußstelle Lohne/Dinklage weiter bestand, brachte dieses für die im Stau stehenden Fahrzeuge wenig Entspannung.
Rückfragen bitte an:
Polizeiinspektion Delmenhorst / Oldenburg - Land
Wolfgang Gerwald
Telefon: 04221-1559 116
Die NonstopNews-Bilder und die O-Töne:
- Totale der Einsatzstelle (auch von oben)
- Feuerwehr und Polizei vor Ort, Gefahrgutzug vor Ort, Einsatzkräfte in Vollschutzanzügen, Feuerwehrzelt auf der Autobahn
- Zerstörter LKW, umgestürzter Tankauflieger an Leitplanke, aufgerissener Tankauflieger, zerstörter PKW, Trümmerteile
- Dünnsäure auf Fahrbahn und auf Leitplanke
- Arbeiten mit Bagger an zerstörter Leitplanke, Leitplanke wird geöffnet, Schwerlastverkehr wird in Gegenrichtung von der Autobahn gelassen
- Spezialunternehmen für Ölbeseitigung an der Unfallstelle
- Einsatzkräfte begutachten Unfallstelle, besprechen sich, erschöpfte Kräfte ruhen sich aus
- Staubilder, zahllose Fahrzeuge stehen auf der Autobahn
- Schnittbilder
- O-Ton Willibald Meistermann, Feuerwehr Lüsche: „…Gefahrgutzug war in Richtung Bremen unterwegs und wurde von einem überholenden Fahrzeug berührt wurde…“, „…der LKW kam ins Schleudern, der Auflieger ist umgekippt…“, „…der LKW hatte Eisenchloridlösung geladen; etwa 18000 Liter Flüssigkeit sind ausgelaufen, der Tank war leckgeschlagen…“, „…warten auf Spezialfirmen, die das kontaminierte Erdreich abtragen und den Tank auspumpen…“
- O-Ton Andreas Rehling, Autobahnpolizei Ahlhorn: „…Kollision zwischen PKW und Sattelauflieger…“, „…Unfallursache noch unklar…“, „…Gefahrgutfahrzeug ist durch den Anstoß ins Schleudern geraten und auf die Seite gekippt…“, „…das Gefahrgut ist zu einem großen Teil ausgelaufen…“, „…Stoff landläufig bekannt als Dünnsäure…“, „…wir haben auch innerhalb des Staus einen Folgeunfall mit drei LKW…“, „…der Rest des Gefahrstoffes muss aus dem LKW gepumpt werden…“, „…weiträumige Umleitungen in Richtung Nord und Süd…“, „…lassen den Schwerlastverkehr über die Gegenspur von der Autobahn…“, „…Verkehr auf den Umleitungstrecken im Landkreis ist fast zum Erliegen gekommen…“, …zur Staubetreuung…, „…haben an dieser Unfallstelle zwei Schwerverletzte zu beklagen; beide sind mit Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser geflogen…“, „…Verkehrsteilnehmer, die durch die Flüssigkeit gefahren sind, werden gebeten, die Reifen zu überprüfen…“
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